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Hans-Peter Weyer
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„Was willst Du denn hier?“ irgendwie lag ein seltsamer, fast ängstlicher Unterton in Neros Stimme.
„Mein Freund Gonsi unterhält sich unten mit Deiner Mutter – und da hab ich gedacht, ich komm mal eben rauf und bring Dich um“, sagte eine kratzige Stimme.
„Hier wird niemand umgebracht!“ mischte ich mich ein. „Nero, wer ist das?“
„Das ist Luca“, antwortete Nero, „ich kenn ihn aus der Schule. Er gehört zu denen, die mich immer nieder machen.“
„Ich mach Dich doch nicht nieeeder, ich kann Dich nur nicht leiden und deshalb werd ich Dich umbringen“, fauchte Luca dazwischen.
„Warum kannst Du ihn nicht leiden, Luca?“ fragte ich.
„Er ist eingebildet und arrogant, niemand kann ihn leiden. Er ist einfach nur ein reiches Arschloch, der sich immer nur aufspielt.“
„Das stimmt überhaupt nicht“, sprach Nero etwas kleinlaut dazwischen.
„Moment Nero,“ sagte ich, „wieso spielt er sich auf, Luca?“
„Er will immer nur im Mittelpunkt stehen, ihn interessiert es gar nicht, ob andere sich das vielleicht alles nicht leisten können.“ Luca klang inzwischen sehr aufgeregt.
„Also willst Du ihn vor allem aus Neid umbringen, weil er reich ist!?“
„Ja…NEIN“, fauchte Luca wieder und ergänzte dann„ Er geht mir auf den Geist. Der ist zu eingebildet, der stört einfach nur.“
„Er kann doch nicht stören, wenn sowieso keiner mit ihm redet. Das hat er mir jedenfalls erzählt“, irgendwie hatte ich ein wenig das Gefühl, dass Luca unsicher wurde.
„Es redet keiner mit ihm weil er so eingebildet ist und sich als reicher Schnösel aufspielt.“ Lucas Stimme wurde vor lauter Aufregung noch kratziger als am Anfang.
„Er muss sich nicht als reicher Schnösel aufspielen, Luca,“ entgegnete ich, „er ist reich! Und dass er sich mehr erlauben kann, als andere, weil seine Mutter Millionärin ist, ist doch nicht seine Schuld.“
„Klar“, meinte Luca, „er muss es aber nicht so raushängen lassen, dass alle anderen sich arm vorkommen.“
„Stimmt, einerseits“, gab ich zu bedenken, „aber andererseits müssen alle auch damit leben können, dass sie nicht so reich sind, wie andere Leute. Es gibt nun mal Arme und Reiche. Und jeder lebt so, wie er es kann. Wenn Du reich wärst, würdest Du dann nicht auch mit den besten Sachen rumlaufen?“
„Nein!“ sagte Luca störrisch, „ich würde ganz normal rumlaufen.“
„Luca!!!“, und ich betonte den Namen ganz besonders, „das glaubst Du doch selbst nicht. Du würdest das allen zeigen, dass Du etwas Besonderes bist. Deshalb bist Du doch jetzt so wütend. Weil du merkst, dass Nero von Allen zu was Besonderem gemacht wird, das Du nicht erreichen kannst.“
„Halt die Klappe!!! Du hast überhaupt keine Ahnung“, Luca wurde wütend. Ich wusste, dass ich irgendwie den wunden Punkt getroffen hatte.
***Ende Leseprobe***
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