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2016  – es reicht!

Veröffentlicht: 22. Dezember 2016 in Coaching, Gesellschaft, Persönlichkeit, Politik, Soziales
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Ich bin in diesem Jahr 61 Jahre alt geworden. Es gab schwere Jahre, es gab turbulente Jahre, es gab Jahre der Trauer und Jahre der Freude. Aber am Ende jeden Jahres, war es auch noch so schwer, hatte ich immer eine Perspektive, eine Aussicht auf das kommende Jahr. Ich hatte die Zuversicht, daß es weiter geht, da ein neues Jahr auch neue Möglichkeiten bietet.

Am Ende dieses Jahres  –  Ratlosigkeit!

Für Jemanden, der sein Leben lang geholfen und beraten hat und immer einen Ausweg wusste, für sich selbst und vor Allem für die Menschen, die ihm vertrauten, ist Ratlosigkeit so etwas wie ein Super-Gau,  die größtmögliche Katastrophe.

In den letzten Wochen dieses Jahres überwiegen die Schmerzen, die der Hass verursacht, der überall immer vorherrschender wird. Und ich sitze vor meinem Schreibblock und bin ratlos. Ich weiß nicht wie ich einen hilfreichen Text schreiben soll.

Ich möchte Texte schreiben, die aufmuntern und Kraft geben. Ich möchte Rat und Hilfestellung geben, um das Leben zu erleichtern. Ich möchte …

… und dann ist mein Kopf voller Gedanken, voller Katastrophen, voller Schmerz, voller Ideen, voller Freude, voller Verzweiflung, voller Trauer, voller …

… und dann ist mein Kopf leer.

Ich sprach heute mit einem Freund darüber, daß ich nicht mehr weiß wie ich noch helfen könnte, daß ich keine Lösungen mehr sehe und doch niemanden im Stich lassen möchte. Und ich erzählte ihm wie sehr mir der anhaltende Hass und die wachsende Gewaltbereitschaft immer mehr persönlich zusetzt und ich nicht mehr weiß darauf zu reagieren. Mein Freund hat mich heftig zurechtgewiesen und endete mit dem Satz: „Nach 61 Jahren hast Du es verdient nur noch an Dich zu denken.“

Vielleicht, liebe Freunde, hat er recht. Deshalb werde ich heute und mit diesem Text das Jahr 2016 abschliessen und mich zurückziehen. Gleichzeitig kündige ich an, daß das Jahr 2017 mir allein gehört. Ich werde ganz allein entscheiden, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, ob ich erreichbar bin, ob ich mich zu etwas äußere, ob ich einer Diskussion oder einer Veranstaltung beiwohnen will,  oder eben nicht.

Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Für 2017 wünsche ich allen Menschen Frieden, den Willen zur Hass freien Gesellschaft, die Kraft und den Mut zu Gemeinschaft und Menschlichkeit. 

Auch wenn ich nicht erreichbar sein werde, bin ich nicht aus der Welt und Ihr dürft sicher sein, daß es mir gut geht. Hin und wieder werdet Ihr auch von mir lesen. Ich bin sicher, wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist, bin ich wieder da, was auch immer bis dahin geschehen sein mag.

Euer Hans-Peter Weyer

Gefeiert werden soll der Tag der deutschen Einheit. Der Tag an dem Ost- und Westdeutschland wieder zusammengewachsen sind, an dem offiziell die Belagerung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg sein Ende gefunden hat. Viele Menschen haben auf diese Einigung hingearbeitet. Viele haben in der ehemaligen DDR auf die Freiheit gewartet und dafür gekämpft. Und plötzlich ist alles nur noch Chaos.

Kaum ein Ereignis zeigt deutlicher wie geteilt, wie zerrissen dieses Land ist. Deutschland ist gespalten wie kaum jemals zuvor. Risse zwischen Ost und West. Spaltung zwischen arm und reich. Unverständnis zwischen Christentum und Islam. Ablehnung zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. Zwietracht zwischen Migranten und Deutschen. Uneinigkeit zwischen Europäern und Nationalisten. Und alles mit verbaler und körperlicher Gewalt untermauert.

Ich kann diese Eskalation nicht verstehen. Ich kann sie nicht nachvollziehen. Ich kann keine Ursache finden, die diese Gewalt so plötzlich möglich gemacht haben soll. Und ich will es auch gar nicht.

Viele Jahrzehnte habe ich mit meinen in- und ausländischen Freunden friedlich zusammen gelebt. Wir sind gemeinsam zur Schule gegangen, haben gemeinsam gefeiert und gelacht. Viele verschiedenen Religionen und Weltanschauungen konnten in diesen Jahren friedlich miteinander klar kommen. Wir haben diskutiert und unsere unterschiedlichen Meinungen ausgetauscht. Wir haben voneinander gelernt und einander verstanden – oder zumindest akzeptiert.

Eine andere Meinung war nicht gleich eine feindliche Meinung. Und eine verbale Auseinandersetzung wurde kein Akt der Gewalt. Es war immer eine Bereitschaft zum Kompromiss möglich. Und wo Kompromiss nicht möglich war, behielt einfach jeder seine Meinung und sie existierten gleichberechtigt nebeneinander, bis es neue Gesichtspunkte gab und wieder diskutiert wurde. Miteinander war das entscheidende Lebensgefühl, das in vielen Situationen auch zu einem Füreinander wurde.

Heute ist jeder mit einer anderen Meinung gleich ein Feind. Es wird nicht einmal mehr zugehört und über die Meinung diskutiert. Es wird gleich abgeschaltet und wenn möglich gibts eins aufs Maul. Wer solch eine Meinung hat, dem gehört die Meinungsfreiheit gestrichen, und das am besten gleich und mit der Faust oder einem Knüppel. Meinungsfreiheit ja, aber bitte nicht mit solche Meinungen. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns und gehört vernichtet.

Wie kann ich in einer solchen Atmosphäre lernen? Wie kann ich diskutieren und mein Leben bereichern, wenn jedes Wort möglicherweise Gewalt auslöst? Wohin soll das führen? Es wird ins Chaos führen. Denn wo niemand mehr bereit ist miteinander zu reden, sind keine Kompromisse mehr möglich und die Gemeinschaft fällt ins Chaos, in die Aufhebung von Regeln und Gesetze.

Und es ist wichtig, dass wir uns das bewußt machen. Mangelnde Bereitschaft miteinander zu reden, fehlende Kompromissbereitschaft und fehlende Bereitschaft zu lernen, führen unweigerlich zu Gewalt und Krieg. Angst vor dem Terror? Er ist längst da. Mitten unter uns. Und er kommt nicht von muslimischen Attentätern. Er kommt von uneinsichtigen  „Wutbürgern“ und „Antifaschisten“ und sonstigen Gruppierungen, die die Fähigkeit zu Reden und Diskutieren verloren haben. Das Chaos, die Zerrissenheit im eigenen Land, ist der wahre Grundstein zum Terror.

 

 

 

Wir haben es schon die ganze Zeit gewusst, die Katastrophe in der EU wird kommen. Und wenn sie kommt, dann kommt sie mit ihrer ganzen Wucht. Jetzt hat sie zugeschlagen! Und sie hat einen Namen: BREXIT. Aber – ist das wirklich eine Katastrophe oder doch eher eine Chance?

Die Briten sind raus aus der EU. Jedenfalls wird das so kommen, weil sie das so wollen. Und damit hat die Katastrophe in der EU ihren Anfang genommen. Jetzt werden andere Länder folgen ,die schon in den Startlöchern gestanden haben, wie die Niederländer oder die Dänen. Die EU löst sich langsam auf. Ein Erfolg für die Kritiker der EU.

Auch die Briten werden leiden. Schottland wird erneut den Versuch starten aus dem Vereinigten Königreich auszutreten. Die Wirtschaft wird überall in eine kräftige Talfahrt geraten. Schon gleich am Morgen nach der Entscheidung zum Brexit haben die Börsen weltweit einen tiefen Einbruch erlebt. Die Unternehmen werden weiter die Sparbremse ziehen und es wird Entlassungen geben. Die Zahl der Arbeitslosen wird sich noch in diesem Jahr wesentlich erhöhen, weil die Gewinne der Wirtschaft sinken werden. Ein wesentlicher Motor der deutschen Wirtschaft, der Export, wird rapide einbrechen.

Die Katastrophe ist in vollem Gange und vieles ist noch gar nicht abzusehen. Sogar Experten halten sich mit Vorhersagen über die bevorstehenden Abgründe zurück. Was sollen wir einfachen Bürger dann denken? Was steht uns bevor? Wie soll es nun weitergehen? Was wird uns in nächster Zeit erwarten? Steigen die Preise? Werden wir noch weniger haben als bisher schon?

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Den ganzen Tag über haben wir die oben genannten Dinge gehört und gelesen. Die Medien haben uns mit Expertenmeinungen überschüttet, die auch keine Lösung kannten; haben uns mit Schreckensmeldungen überhäuft, die auf uns zu kommen könnten; haben uns Szenarien vor Augen geführt, die möglich sind. Schluss damit!!!

All das dient nur dazu die Angst zu schüren, vor dem was kommen könnte. Oder auch nicht.

Haben wir nicht in der Vergangenheit schon genug eingesteckt? Haben wir uns nicht schon viel zu lange in Angst bringen lassen vor dem Morgen? Angst ist eine Waffe, die jeden gefügig macht. Wer Angst hat, der kuscht und tut das was man ihm sagt. Sonst könnte es ja noch schlimmer werden…

Ich stelle mal zur Verdeutlichung eine Verschwörungstheorie auf: 

Der Brexit kommt nicht zufällig und er ist nicht über Nacht gekommen. Er wurde gesteuert, um die bestehenden Machtstrukturen zu erhalten. Seit einigen Monaten hat der „Wahlkampf“ zum Brexit getobt. Er wurde vehement und zum Teil mit sehr harten Bandagen geführt. In dieser ganzen Zeit hat die EU tatenlos zugesehen? Glaubt das wirklich jemand? Ich nicht.

Was passiert denn nun wirklich? Ja, es wird einige Einschnitte in die Wirtschaft geben. Aber die sind gewollt. Ansonsten bleibt alles so ziemlich beim Alten. Die EU hat ein ungeliebtes Mitglied weniger. Die Briten haben jede Menge Sonderrechte gehabt. Etwas, das man den anderen Mitgliedsstaaten nicht zugestehen durfte. Doch die Stimmen wurden immer lauter, gerade von neuen Mitgliedern und kleineren Staaten, die sich auf diesen Sonderstatus der Briten berufen wollten, um auch für sich selbst Sonderregelungen zu finden. Das ist passè.

Und die Briten? Denen wird man die bisherigen Sonderregeln nun als Verträge anbieten. Ähnlich wie mit der Schweiz wird man eine Einbindungsmöglichkeit in den Markt finden, dabei aber die Selbständigkeit der Insulaner berücksichtigen können. Schottland wird, wie vorgesehen, die Abspaltung betreiben und eigenständiges Mitglied der EU werden. Mit den Engländern, als ehemaliges Mutterland,  wird Schottland besondere Verträge abschliessen, die es den Engländern ermöglichen wird, über die Hintertür Schottland weiterhin alle EU-Vorzüge geniessen zu können.

Diese Entwicklung wird nur wenige Jahre dauern. Jahre in denen überall in der EU Menschen wegen wirtschaftlicher Notwendigkeiten von Unternehmen entlassen werden können und man die Schuld auf die Brexit-Befürworter abschieben kann. Gewinnmaximierung der besonderen Art.

Also doch Zeit für Angst und Unsicherheit vor der Zukunft?

Nein. Warum auch? Was bringt es uns vor der Zukunft Angst zu haben? Wir lassen uns in eine Rolle drängen, die uns zu manipulierbaren Individuen macht. Damit muss endlich Schluss sein! Angst wird nichts an der Wirklichkeit verändern. Aber es wird schwieriger damit leben zu können, weil immer das nächste Schreckensszenario im Genick sitzt. Machen wir Schluss damit!

Natürlich ist nicht alles schön, was zur Zeit oder auch in Zukunft auf uns einwirkt. Aber wir müssen damit leben. Und das ist doch schwierig genug. Da müssen wir uns doch nicht noch Angst einreden lassen. Angst macht uns unfähig unser Leben in Freude zu leben. Leben müssen wir es ohnehin.

Ich möchte es in einem Beispiel verdeutlichen:

Wenn ich für die restlichen drei Tage des Monats nur noch einen Euro übrig habe, muss ich gut überlegen was ich mir davon kaufe. Nutze ich den Euro um ein Leben in Freude zu leben oder in Angst? Ich kann mir Gedanken machen ob ich an einem wundervollen Sommertag den Euro für ein Eis ausgebe und damit den herrlichen Tag kröne. Ich kann aber auch überlegen, dass mir dann kein Geld mehr bleibt um das Brot zu kaufen, das vielleicht noch nötig ist. Ich kann mich in die Angst steigern, nichts zu essen zu haben. Also kaufe ich das Brot und bin die nächsten Tage traurig kein Eis bekommen zu haben. Dabei werde ich vor lauter Angst auch den wundervollen Sommertag schnell vergessen. Wenn ich mir das Eis kaufe und es voller Freude geniesse, kann ich in den nächsten Tagen mit der gleichen Freude nach Möglichkeiten suchen irgendwo noch eine Scheibe Brot zu bekommen. Die in meinem Herzen, in meiner Ausstrahlung vorhandene Freude und Erinnerung an den herrlichen Sommertag, wird mir die notwendigen Chancen ermöglichen.

Es liegt allein an unserem Denken, ob wir es in unserem Leben mit Katastrophen zu tun haben oder mit Chancen und Möglichkeiten. Es gibt keine Katastrophen, es gibt keine Probleme – ausser wir machen uns welche. Zu lernen jede Situation als Herausforderung, als Chance, als Möglichkeit zu sehen, sollte unser oberstes Ziel sein. Nur das ermöglicht uns ein angstfreies Leben.

Also ändern wir die Überschrift:

Die Chancen unserer näheren Zukunft haben einen Namen – BREXIT!

 

 

 

Hannover, München und manches mehr – Absage von Veranstaltungen in Deutschland wegen „konkreter Terrorhinweise“, die am nächsten Tag in „allgemeiner Gefahrenlage“ münden. Ich will mir davon keine Angst machen lassen!

Wieder einmal hat der Terror seine hässliche Fratze gezeigt. In München konnte nur verhalten Silvester gefeiert werden. Und das obwohl gerade die Knallerei in der Silvesternacht die bösen Geister zugunsten des neuen Jahres vertreiben soll.

Stattdessen werden Bahnhöfe geschlossen, die Menschen aufgefordert Manschenansammlungen zu meiden und die Angst vor dem Terror mitgenommen in das neue Jahr. Und am nächsten Tag ist trotz konkreter Terrormeldung, sogar mit Namen des Attentäters, niemand festgenommen. Übrig bleibt wieder nur, wie auch in Hannover und anderen Fällen, eine „allgemeine Gefahrenlage“.

Ich habe von diesen Meldungen die Nase voll und ich lasse mir keine Angst machen! Wenn es „konkrete“ Hinweise gibt ist es Aufgabe der Polizei, die Bevölkerung durch Festnahmen zu schützen und nicht durch Absage kultureller oder anderer Veranstaltungen. Die „allgemeine Gefahrenlage“ ist allgegenwärtig und sie wird kein bischen weniger indem wir uns verunsichern und in Panik versetzen lassen.

Die Reaktion der Polizei auf die vermeindlich „konkreten Hinweise“ zeigt nur eins deutlich: die Panik der Verantwortlichen bei Polizei und Politik vor dem eigenen Versagen. Wenn es tatsächlich konkrete Hinweise gäbe, dann gäbe es auch konkrete Festnahmen. Es mag Hinweise geben. Die Reaktionen zeigen jedoch, dass es viel zu viel Unwissenheit gibt, wie diese Hinweise zu werten sind und wie man die Menschen schützen soll.

Es gibt eine „allgemeine Gefahrenlage“, ganz ohne Frage und sie kann das Leben abrupt beenden. Das ist das Risiko des Lebens, dass es mit dem Tod enden kann. Es besteht eine ständige Gefahr, dass ich aus dem Bett falle und mir das Genick breche. Ich werde mir trotzdem kein Gitter um das Bett machen lassen. Es besteht eine ständige Gefahr, dass ich im Strassenverkehr Opfer eines tödlichen Verkehrsunfalls werde. Ich werde mich trotzdem nicht in meiner Wohnung einschliessen lassen. Es besteht eine ständige Gefahr, dass der Mensch vor, neben oder hinter mir unter seiner Jacke einen Sprengstoffgürtel trägt. Ich werde mir trotzdem nicht Panik einreden lassen, sondern jedem mit fröhlicher und freundlicher  Offenheit begegnen.

Wir können der Gefahr nicht entgehen. Aber wir können uns weigern, sie solange in unser Leben zu lassen, bis sie uns tatsächlich  erreicht. Wir können uns weigern unser Leben der Angst zu opfern, statt es zu geniessen. Ich jedenfalls lasse mich lieber eines Tages mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen in die Luft sprengen, als jetzt schon mein Leben der Panik zu opfern.

Denn nur dann weiß ich das ich gelebt habe! Machst Du mit?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da ist es nun, das Alter ab dem Du „alt“ bist. Das Alter in dem die Zipperlein und Wehwehchen zunehmen. Das Alter in dem Gelenke und Knochen deutlich hörbar ansagen wie „knackig“ Du bist. Das Alter in dem Du über Rente nachdenkst, sofern das, was Dir zusteht, überhaupt Rente genannt werden kann. Das Alter in dem Dir Gevatter Tod langsam wie ein alter Bekannter entgegen kommt.

Nein, Gevatter, Du bist noch nicht dran! Ich bin nicht 60 Jahre alt geworden um jetzt aufzugeben und mein Leben einem schnellen Ende zu opfern. Es ist noch so viel zu tun. Mindestens weitere 60 Jahre brauche ich noch. Solange musst Du noch warten, Gevatter.

Aber 60 ist schon ein Alter in dem ich mehr als vorher anfange nachzudenken, was noch zu tun ist. Ein Alter in dem ich Schnellschüsse möglichst vermeide und erst nach reiflicher Überlegung den nächsten Schritt mache. (Naja, jedenfalls soweit das bei einem Abenteurer und Stehaufmännchen wie mir  überhaupt möglich ist.) Ein Alter in dem ich mehr als vorher nachdenke, wie sich die Welt verändert und wohin alles gehen könnte. Und da gibt es einiges, dass nicht nur mich nachdenklich machen sollte und auch nicht erst mit 60 Jahren.

Es gehört auch dazu, dass ich zurückblicke. 60 Jahre sind kein Pappenstiel, da stecken eine Menge Erlebnisse und Erfahrungen drin, gute und weniger gute. Aber ich denke der Rückblick sollte nicht in dem Sinne geschehen, dass ich sage „früher war alles besser“. Das stimmt nämlich nicht. Es bringt nichts längst vergangenen Zeiten nachzutrauern. Vergangen ist vergangen! Aus, vorbei, erledigt! Und das gilt für alle Bereiche des Lebens. Aber wir können aus der Vergangenheit lernen, und das sollten wir auch. Es ist der Sinn des Lebens sich zu entwickeln.

Ich höre manchmal Menschen sagen „ach, wenn ich doch die Zeit noch einmal zurückdrehen könnte“. Der Eine oder Andere verspricht sich davon einen Fehler zu bereinigen oder eine Liebe besser zu pflegen, einen Satz nicht gesagt zu haben oder eine Tat ungeschehen machen zu können. Nein. Vergangen ist vergangen. Ich möchte nicht zurück. Und wenn mich das Leben an eine bestimmte Stelle zurückbringen würde, dann hoffe ich inständig alles wieder genauso machen zu können, wie ich es getan habe. Alle Fehler noch einmal, alle Freuden genauso genießen, alle Schläge genauso hinnehmen müssen, alles wie gehabt. Die Summe aller 21915 Tage meines Lebens bis zum 60. Geburtstag BIN ICH. Mit nur einer veränderten Sekunde wäre ich vielleicht ein ganz anderer. Ob der Andere besser wäre? Wer weiß das schon?

Das Leben ist so schön und voller Wunder. Ich muss aber bereit sein, mit offenen Sinnen durchs Leben zu gehen. Ich muss bereit sein jeden Tag, jede Stunde, ja sogar jede Sekunde meines Lebens als Teil MEINES Abenteuers zu sehen. Ein Abenteuer, das außer mir kein anderer erleben kann. Ich bin nämlich einmalig! Und mein Lebens-Abenteuer ebenso.

Was aber nehme ich dann mit aus 60 Jahren Leben? Wissen, Erlebnisse, Erfahrungen, Menschen, die mein Leben geprägt haben. Und die Gewissheit, dass nicht nur ich einmalig bin, sondern auch jeder andere Mensch, jedes andere Lebewesen, jede Pflanze und jeder Stein auf unserem Planeten und darüber hinaus. Was ich mitnehmen darf ist die Achtung vor dem Leben, vor dem was ist und vor dem was in mein Leben tritt.

Ich nehme Neugierde mit in die nächsten 60 Jahre, die mich fähig macht vorurteilsfrei allen und allem zu begegnen und aus jeder Begegnung etwas zu lernen. Ich nehme die Fähigkeit mit, anderen Menschen Dinge die ich gelernt habe zu erklären und vielleicht ein wenig von meinen Erfahrungen und meinem Wissen abzugeben.

Vielleicht kann ich keine ökonomisch einwandfreien Seminare abhalten und die Menschen auf die mögliche wirtschaftliche Katastrophe in Europa vorbereiten. Aber ich kann erklären, dass nicht lamentieren die Not verhindert oder die Suche nach dem Schuldigen, sondern nur die Fähigkeit die Ärmel hochzukrempeln und aus der Situation das Beste zu machen. Ja, und manchmal ist auch das Beste immer noch zu wenig. Da hilft nicht jammern, sondern weitermachen und die nächste Lösung suchen.

Möglicherweise kann ich keine soziologisch einwandfreie Beurteilung unserer gesellschaftlichen Entwicklung abgeben und den Menschen aufzeigen was alles schief gelaufen ist und geändert werden müsste. Aber ich kann aus meiner Erfahrung berichten, dass Gemeinschaft immer stark macht. Und nicht nur in der Erreichung gemeinsamer Ziele. Auch im Erleben von Freude und Harmonie. Individualität ist großartig, wenn sie als die Einmaligkeit verstanden wird, die das Individuum ausmacht. Aber sie darf nicht zur persönlichen und psychischen Vereinsamung führen. Menschen leben in Gemeinschaft am Besten.

Eventuell verstehe ich manche Dinge im technischen Fortschritt nicht mehr oder nicht mehr so schnell. Aber dann darf ich den Mut haben Jüngere um Rat zu fragen, die mit dieser Technik aufgewachsen sind. Und die Jungen dürfen mich fragen, wenn sie mehr über das Leben und meine Erfahrungen damit wissen wollen. Niemand ist allwissend. Aber gemeinsam wissen wir alles. Die Menschen müssen wieder lernen diesen gemeinsamen Schatz zu nutzen. Jeder kann seinen Beitrag leisten zur Gemeinschaft. Und jeder sollte mit seiner Fähigkeit, seinem Wissen und seinen Erfahrungen anerkannt und in die Gemeinschaft einbezogen werden.

Wenn wir uns diesen Grundsatz zu eigen machen, dann können wir den Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen nicht nur helfen, sondern auch von ihnen lernen. Diese Menschen haben in ihrem Land gelebt, gelernt und gearbeitet, bevor es einen Grund gab die Heimat zu verlassen und nach Europa zu flüchten. Wenn Du Deine Heimat verlassen müsstest, flüchtest Du dann in ein Land das genauso arm ist wie es Deines war oder in ein vermeintliches Paradies? Insbesondere, wenn Du Kinder hast, denen es einmal besser gehen soll? Diese Menschen bringen ihr eigenes Wissen mit aus dem wir Schöpfen können, genauso wie sie aus unserem Wissen schöpfen werden. Und wenn Europa oder Deutschland doch nicht das Paradies ist von dem man ihnen erzählt hat, weil es uns auch nicht paradiesisch geht, heißt das dann sie müssen gehen? Oder sollten wir nicht das vereinte Wissen, die Erfahrungen und Werte dazu nutzen gemeinsam am Paradies zu arbeiten, jeder wie er kann?

Niemand kann in die Zukunft sehen, aber ich befürchte, dass wir einer Weltwirtschaftskrise entgegen steuern, die uns allen weltweit sehr viel abverlangen wird. Und es wird nötig sein die Erfahrungen und Fähigkeiten der Alten mit den Kenntnissen und Wünschen der Jungen zu vereinen, um das Schlimmste zu verhindern. Vielleicht wird das die Menschen wieder dahin führen füreinander einzutreten statt gegeneinander zu agieren. Ich werde meinen Teil dazu beitragen.

60 Jahre – ein langes erfülltes Leben, wenn man es zu würdigen weiß, und doch weniger als ein Wimpernschlag in der Unendlichkeit der Zeit. Und auch das bisschen Weisheit, das ich mir aneignen durfte, wird im Meer der Weisheit weniger als einen Tropfen ausmachen. Was macht all das dann so wertvoll? ICH! Weil ich EINMALIG bin; weil ich MEIN Leben lebe, wie ICH es für richtig halte; weil ich Teil des universellen Lebens sein darf und weil ich für all das UNENDLICH DANKBAR bin.

Hans-Peter Weyer

(zu meinem 60. Geburtstag im Jahr 2015)

Der Titel „60 Jahre und (k)ein bisschen Weise“ ist angelehnt an einen Schlager des längst verstorbenen Schauspielers und Sängers Curd Jürgens ( https://www.youtube.com/watch?v=BqfvLP–4Ew )

 

 

Ein Kommentar zum Tod von Robin Williams
von Hans-Peter Weyer

… dann stirbt auch ein Mensch. Peter Pan ist weltweit die Symbolfigur dafür, dass alles möglich ist, wenn man die Fantasie nicht verliert. Der Tod des Schauspielers Robin Williams macht aber auch deutlich, dass nahezu nichts mehr möglich ist, wenn man seinen „Peter Pan“ in Depressionen verloren hat.

Wenn der Tod eines Menschen für die Hinterbliebenen und Trauernden einen Sinn beinhalten kann, dann kann es im Tod von Robin Williams nur der Aufruf sein, Menschen mit Depressionen nicht allein zu lassen. Es muss aber auch der Aufruf an depressive Menschen sein, lasst Euch helfen bevor es zu spät ist.

Depressionen beginnen in einfachen Dingen ebenso wie in schweren traumatischen Erlebnissen. Es ist unsere Aufgabe auf die Menschen in unserer Umgebung zu achten. Und ja, es ist auch wichtig den Mut zu finden Menschen anzusprechen. „Geht es Dir heute nicht gut, Du machst einen etwas bedrückten Eindruck?“ Geht auch in der „Sie“-Form!

Wer als gesunder Mensch in seinem Leben mit Problemen konfrontiert wird, der nutzt seinen „Peter Pan“, seine Fähigkeit zur Fantasie, nach Lösungen zu suchen. Auch wenn sie manchmal unrealistisch erscheinen bieten sie immer einen Anhaltspunkt an dem wir weiterdenken und realistische Möglichkeiten erarbeiten können.

Menschen mit Depressionen ist diese Fähigkeit genommen. Sie können nicht mehr auf eigenem Wege Lösungen finden. Alkohol- oder andere Suchtmittel erscheinen als eine Chance der scheinbaren Ausweglosigkeit zumindest zeitweilig zu entfliehen. Doch sie bieten keine Lösung und verstärken die Depressionen. Darum ist es wichtig, dass ihre Umgebung sie im Auge behält und auf sie eingeht. Ihnen müssen Wege ermöglicht werden, die sie selbst nicht mehr finden können.

Robin Williams war ein Schauspieler, der wie kein anderer Peter Pan verkörperte. Viele seiner Rollen spielten mit der Fantasie, mit der Realität des Unmöglichen. „Peter Pan“ ist nicht mit ihm gestorben, denn der lebt in jedem Einzelnen von uns. Wenn wir uns angesichts des Todes von Robin Williams dieser Tatsache bewusst werden und zukünftig darauf achten, dass niemand in unserer Umgebung seinen „Peter Pan“ verliert, dann ist das sicher der beste Weg das Andenken an diesen großen Schauspieler zu wahren und ihn zu ehren. Und ich bin sicher, es würde ihn freuen.

Eine Betrachtung psychologischer Hintergründe und Wirkungen beim Einsatz einer dritten Person bei Amtsbesuchen nach §13 Abs. 4 SGB X
von Familiencoach Hans-Peter Weyer, Duisburg

Seit  einigen Monaten gibt es eine Initiative mit dem Namen „Wir gehen mit –  Die Mitläufer e.V.“. Die Initiatoren und Mitstreiter haben sich zum Ziel  gesetzt, dass niemand mehr ohne einen Beistand zu einem Amt muss. Das  Gesetz gibt in §13 Absatz 4 SGB X dazu die notwendige Grundlage. Was aber bringt solch ein Beistand? Die Idee der Initiative ist es, deeskalierend zu wirken, indem das scheinbare Machtgefälle zwischen Sachbearbeiter und Bürger durch eine dritte Person aufgehoben wird. Und die Erfahrungsberichte der bisher begleiteten Menschen zeigen deutlich,  dass dies offensichtlich der richtige Weg ist. Das klingt zunächst   einmal gut. Was aber geschieht in solch einem Fall tatsächlich mit den  beteiligten Menschen? Welche psychologische Wirkung hat die dritte Person beim Amtsbesuch? Diesen Fragen möchte ich im Folgenden nachgehen. 

Menschen  – das ist das Entscheidende! Es sitzen auf beiden Seiten des Schreibtisches Menschen. Und Menschen haben jeder für sich ganz persönliche Träume, Wünsche, Ideen aber auch Sorgen, Probleme, Ängste. Jeder der beiden Menschen auf den verschiedenen Seiten des  Schreibtisches hat zudem ganz verschiedene Erfahrungen, vielleicht unterschiedliche Ansichten, immer eine ganz andere Sozialisation. Sie sind in ganz unterschiedlichen Verhältnissen groß geworden, haben möglicherweise unterschiedliche Schulbildungen und ganz verschiedene  Möglichkeiten gelernt ihr Leben zu gestalten. Ich könnte hier noch eine  Menge Beispiele aufzählen, die diese beiden Menschen voneinander  trennen – ohne damit den Schreibtisch zu meinen.

Schon im normalen Zusammenleben der Menschen und in ihrer alltäglichen  Kommunikation finden solche Unterschiede oft Ausdruck in Missverständnissen, Streitereien und manchmal Unverständnis. Wieviel mehr kann es zu Spannungen kommen, wenn zu diesen in den jeweiligen Personen steckenden Differenzen, noch ein scheinbares Machtgefälle durch äußere Gegebenheiten hinzukommt?

Menschen, die ein Amt besuchen müssen, sind immer in einer Situation, die direkt oder indirekt ihre Existenz bedroht. Das Amt ist immer bedrohliche Obrigkeit für die persönliche Lebensführung. Wer weiß schon, was ihn  trotz aller Vorbereitung tatsächlich erwartet? Wie wird sich der  Sachbearbeiter verhalten, wie ist er grade drauf? Hat er Verständnis oder arbeitet er nach 08/15 alle „Nummern“ ab? Entsprechende Ängste und Unsicherheiten sind ständige Wegbegleiter beim notwendigen Gang zum Amt.

Es steckt in der Natur des Menschen, dass es für Angst nur zwei Reaktionen gibt: Flucht oder Kampf! Diese aus Urzeiten instinktiv vorhandenen  Möglichkeiten sind auch heute noch Grundlage der Verhaltensweisen. Das führt zu unterschiedlichen Reaktionen in den Gesprächen. Auf der einen Seite wird aus Angst Unterwürfigkeit (Flucht) gezeigt und der Sachbearbeiter kann machen was er will. Auf der anderen Seite entsteht Streit, möglicherweise Aggression (Kampf), was den Sachbearbeiter zur „Gegenwehr“ herausfordert oder ihn hindert ordentliche Arbeit zu leisten. Beides ist für den Amtsbesucher existenziell bedrohlich.

Doch auch der Sachbearbeiter steckt in dieser Situation. Auch er ist von  Ängsten und Unsicherheiten geleitet. Auf der einen Seite ist er dem  Dienstherrn verpflichtet, der Vorgaben macht. Auf der anderen Seite ist er auch dem Amtsbesucher verpflichtet, der von ihm zurecht sachkundige und hilfreiche Arbeit erwartet. Auch für den Sachbearbeiter kann eine  Entscheidung existentiell bedrohlich werden. Entweder durch Verlust des  Arbeitsplatzes oder durch Eskalation eines „Besucher-Angriffs“. Somit agiert auch er immer im Spannungsfeld zwischen Flucht und Kampf.

Diesem Spannungsfeld wollen „Die Mitläufer“ entgegenwirken. Ihre Anwesenheit sorgt für moralische Unterstützung. Die Angst vor dem was kommen könnte, ist gemildert durch das Wissen „da ist einer an meiner Seite, ich bin nicht allein den Umständen schutzlos ausgeliefert“. Und das gilt für beide Seiten des Schreibtisches. Der Mitläufer ist im Spannungsfeld der  Ängste, Unsicherheiten und Urinstinkte sozusagen „die Brücke zur Zivilisation“.

In  einer zivilisierten Gesellschaft sollten wir in der Lage sein, Ängste, Unsicherheiten, Aggressionen und Urinstinkte im Griff zu haben und Kommunikation so zu gestalten, dass sie ohne aggressive Handlungen auskommt. Sie sollte im Idealfall dazu führen, dass alle Kommunikationspartner daraus einen Gewinn ziehen können. Leider bezeugen anwachsende Neigungen zu handfesten, nicht nur verbalen, Streitigkeiten  und agressiven Handlungen bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen den Rückfall unserer Gesellschaft in die „Steinzeit der Kommunikation“.

Die Gründe dafür liegen u.a. in der gesellschaftlichen Entwicklung, die sich immer mehr weg vom körperlichen und hin zum digitalisierten Leben gewandelt hat. Umso größer müssen die Anstrengungen sein handfeste körperliche Auseinandersetzungen durch verbale Attacken zu ersetzen oder, noch besser, Auseinandersetzungen ganz zu vermeiden. Um die  Gelassenheit zu erreichen Auseinandersetzungen zu vermeiden, ist jedoch eine ständige Kontrolle der persönlichen Lebensumstände notwendig. Nur die Kontrolle der persönlichen Lebensumstände, die Gewißheit über die eigene Situation entscheidend bestimmen zu können, kann zur nötigen Gelassenheit und zum Gefühl der Sicherheit führen – und damit eine lockere und gewinnbringende Kommunikation ermöglichen.

Die Schnelllebigkeit unserer globalen Welt, die Digitalisierung der Lebensumstände und die Avatarisierung der Persönlichkeiten erwecken den  Eindruck immer mehr den Einfluss auf die persönlichen Lebensumstände zu verlieren. Die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen Anderer beeinflussen die persönliche Existenz immer nachdrücklicher, bis hin zur  Abhängigkeit von persönlichen Meinungen, Stimmungen, Sympathien oder  Antipathien eines Sachbearbeiters oder Amtsbesuchers. Der Verlust der Steuerungshoheit für das eigene Leben führt ständig fortschreitend zum Verlust zivilisierter Umgangsformen zu Gunsten der ureigenen Instinkte des Individuums.

In diesem Dilemma treffen Amtsbesucher und Sachbearbeiter aufeinander und  müssen nun zivilisiert miteinander kommunizieren. Es dürfte jedem klar sein, dass dies in der vorgegebenen Konstellation äußerst schwierig ist. Schnell gibt ein Wort das andere, jeder der Beteiligten hat den Eindruck die Kontrolle zu verlieren und schaltet schon fast automatisch in den „Urinstinkte-Modus“, und damit auf Flucht oder Kampf. Dabei bleibt immer einer von beiden auf der Strecke.

Aufgabe eines Mitläufers, wie ihn der Verein „Wir gehen mit – Die Mitläufer  e.V.“ definiert, ist es, als Beobachter eine zivilisierte Kommunikation mit dem Willen zur Win-Win-Situation zu ermöglichen. Der Mitläufer schafft allein durch seine Anwesenheit die Brücke von den Urinstinkten der Beteiligten zum zivilisierten Miteinander. Das ist jedoch nur möglich, wenn er selbst Vorurteilsfrei auf beide Seiten zugehen kann.

Hier ist der besondere Ansatz der „Mitläufer“ im Unterschied zu vielen anderen Hilfsorganisationen besonders wichtig: Der Mitläufer ist als  Beistand nicht Helfer zur Durchsetzung von Rechten (oder Pflichten), sondern er ist Helfer zur Schaffung und Erhaltung einer Kommunikationsbasis zwischen den Beteiligten. Nur wenn die Beteiligten miteinander reden können, können Missverständnisse, rechtliche Grundlagen, persönliche Notwendigkeiten, usw., wirklich geklärt und eine  Gewinnsituation für alle Beteiligten erreicht werden.

Insbesondere in der prekären Lage der Alg2-(Hartz4)-Empfänger, in der es  ausschießlich um grundsätzliche und existenzielle Fragen beim Besuch der  Sachbearbeiter der Jobcenter geht, ist die deeskalierende Funktion  eines Beistandes nach Ansatz der Mitläufer inzwischen zur  lebenswichtigen Notwendigkeit geworden. Es hat in diesem Bereich den  Anschein, als hätte der politische Wille bei der Sozialgesetzgebung die Möglichkeit der Eskalation bewußt in Kauf genommen, ohne Schutzmaßnahmen  für Sachbearbeiter und Amtsbesucher einzubeziehen. Hier sollten beide Seiten für die Einbeziehung eines neutralen Beobachters in Person eines  Beistandes dankbar sein und die ehrenamtliche Hilfe der Mitläufer begrüßen und fördern.

 Quellenangaben
Mehr über den Verein „Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.“ gibt es auf der Homepage des Vereins http://www.wirgehenmit.org
Der Ansatz und der Kodex der Mitläufer sind hier zu finden:

Der aktuelle „Mitläufer“-Flyer zum Download
WGM A6 Flyer