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Selbstmord – Kapitulation der Hoffnung

Veröffentlicht: 4. September 2011 in Coaching, Persönlichkeit
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Vor einigen Tagen rief mich ein guter Bekannter an, um sich bei mir auszusprechen und damit eine belastende Situation besser zu verarbeiten. Er ist Zugführer im ICE-Verkehr der Deutschen Bahn. Nur etwa eine Stunde vor unserem Gespräch hatte ein Pärchen gemeinsam Selbstmord begangen.

Zwischen Büschen hatten sie neben den Gleisen auf den Fernzug gewartet und waren dann im entscheidenden Augenblick Hand in Hand vor den Zug gesprungen. Bei 200 km/h hatte der Zugführer die Beiden gerade noch aus dem Augenwinkel gesehen, als es auch schon den Aufschlag gab und beide vermutlich sofort tot waren.

Die Schrecksekunde eingerechnet braucht ein Zug aus der Geschwindigkeit bei Notbremsung immer noch zwei bis drei Kilometer bis er steht. Meldung an die Zentrale, das Stellwerk und die Notmannschaften sind oft geübte Handgriffe und  Selbstverständlichkeiten, bis dann die kurze Ruhephase kommt, in der der Zugführer richtig realisiert was geschehen ist.

Mein Bekannter hat richtig erkannt, dass ihn keine Schuld an dem Tod der beiden Menschen trifft und er auch keine noch so kleine Chance hatte, dieses Unglück zu verhindern. Er hat nach den Gesprächen mit Bundespolizei, Unfallpsychologen und Notarzt vor Ort den Zug verlassen, mußte dann gleich zu einem Dienstarzt fahren und sollte sich zunächst ein paar Tage ausruhen. (Übrigens bei der DB eine vorbildliche Unfallbetreuung!)

Wenn ich solche Geschichten höre, stelle ich mir immer wieder die Frage, was kann die Menschen so verzweifeln lassen, daß sie bereit sind ihr Leben wegzuwerfen? Dieses Pärchen soll etwa um die dreissig Jahre alt gewesen sein. Also eigentlich mitten im Leben. Was hat sie dazu gebracht im Tod eine Lösung zu suchen, die das Leben ihnen nicht mehr bieten konnte?

Ich habe in meinem Leben eine Menge Dinge erlebt, die mich verzweifeln liessen. Aber ich habe nie daran gedacht, mir das Leben zu nehmen. Auch als ich drei Jahre so schwer krank war, dass ich mich kaum noch bewegen konnte, habe ich nie die Hoffnung aufgegeben, dass sich noch etwas ändern könnte.

Eine Mitarbeiterin des Arbeitsamtes (da hieß es noch so) hat damals wörtlich zu mir gesagt „Herr Weyer, Leichen kann ich nicht vermitteln. Haben Sie schon mal in den Spiegel geschaut?“ Ich war nur noch Haut und Knochen, bleich und zusammen gefallen. Ich habe die Dame verstanden – und habe die Hoffnung trotzdem nicht aufgegeben und weiter gekämpft.

So hat es eine Menge Zeiten in meinem Leben gegeben, die verdammt schwer waren. Ständig auf und ab. Das kann mürbe machen. Oft genug war ich so weit unten, dass ich keinen Ausweg mehr sehen konnte. Aber immer blieb ein klein wenig Hoffnung und der Wille etwas ändern zu wollen.

Zuletzt vor wenigen Jahren, schon im Alter von rund fünfzig Jahren, habe ich alles verloren, was ich mir bis dahin aufgebaut hatte. Ich möchte jetzt nicht über die Gründe reden, aber mir wurde ein Schlag versetzt, der mich vorübergehend sogar obdachlos machte. Das zehrt an den Nerven, liebe Leser, und ich kann mich gut in Menschen hinein versetzen, die völlig verzweifelt sind.

Doch ein Selbstmord kam für mich nie in Frage. Solange ich atme und mich bewegen kann, wenn vielleicht auch, wie in meiner Krankheit, nur sehr schwer, langsam und unter Schmerzen, solange habe ich doch Hoffnung und kann alles daran setzen etwas zu verändern.

Was ist das, das dem jungen Pärchen auch noch diese letzte Hoffnung auf Besserung ihrer Lage genommen hat? Wie kann auch noch das letzte bischen Hoffnung vor den scheinbaren Realitäten des Lebens kapitulieren?

Warum schreibe ich jetzt „scheinbare Realitäten“? Immerhin haben die Realitäten im Leben dieser beiden Menschen jetzt zwei Menschenleben gekostet. Und das war kein „Schein“. Mein Bekannter mußte es erleben.

Stimmt. Aber war die Lage wirklich so ausweglos? Ganz sicher nicht! Es gibt für jedes Problem eine Lösung. Manchmal muß man sehr lange danach suchen und das ist oft hart und grausam. Aber für das Leben, so schwierig es auch sein mag, gibt es keinen Ersatz.

Schlimm wird jedes Problem, wenn man das Gefühl hat, damit allein zu stehen. Aber niemand, wenn er nicht grad völlig allein auf einer einsamen Insel lebt, wirklich niemand ist allein. Schauen sie sich um wie viele Menschen sich um Sie herum aufhalten. Da kann von „allein“ sicher nicht die Rede sein.

Wenn Sie in eine ausweglose Situation kommen, dann sprechen Sie die Menschen an und bitten Sie um Hilfe. Und wenn Sie, aus welchem Grund auch immer, abgewiesen werden, dann gehen Sie zum Nächsten. Geben Sie nicht auf bis Sie den einen Menschen gefunden haben, der bereit ist Ihnen zuzuhören. Und ich verspreche Ihnen: Sie werden ihn finden!

Natürlich leben wir in einer schlimmen Zeit, wenn wir es daran messen, wie wenig sich die Menschen umeinander kümmern. Wie wenig weiß ein Nachbar vom anderen. Und auch ich kenne die persönliche Lage meiner Nachbarn nicht. Aber mir fällt auf, wenn ich einem begegne, daß er, aus welchem Grund auch immer, niedergeschlagen aussieht – und ich kann ihn ansprechen.

Ich kann den Menschen, die mir auf der Straße begegnen, ein Lächeln schenken. Ich kann signalisieren „du bist nicht alleine“. Und vielleicht ist das der Grund, warum plötzlich ein wildfremder Mensch zu mir kommt und mir von seinem Problem erzählt. Vielleicht ein Problem, bei dem er keine Hoffnung mehr hatte und jetzt ein klein wenig Hoffnung neu wächst und ihn ermuntert weiter zu kämpfen.

Dem Pärchen bei Bremen helfen diese Erkenntnisse jetzt nichts mehr. Aber meinem Bekannten und den Angehörigen dieser beiden, kann es vielleicht eine Hilfe sein. Denn indem diese beiden Menschen aufgegeben und auf diese Weise den Freitod gewählt haben, haben sie andere in eine Notlage gebracht.

Mein Bekannter hatte sofort jemanden mit dem er reden konnte, dafür hat er meine Rufnummer, und sicher werden noch Gespräche folgen, in denen dieses Ereignis eine Rolle spielt. Aber er hat sich mental darauf eingestellt, dass daran nichts zu ändern ist und er sich keine Vorwürfe machen muss.

Andere Zugführer, Strassenbahn-, Bus oder LKW-Fahrer, sind an solchen Situationen verzweifelt und konnten lange oder gar nicht mehr ihren Beruf ausüben. Auch Helfern von Polizei und Rettungsdiensten kann es passieren, dass sie lange psychologische Betreuung benötigen.

Selbstmord betrifft immer auch andere, nicht nur denjenigen, der keinen anderen Ausweg mehr sieht. Mindestens trifft es immer die Angehörigen, die sich vermutlich immer fragen werden, was sie hätten tun können, um das zu verhindern. Wir können eigentlich alle nur eins tun, um solche Katastrophen zu verhindern: Hoffnung schenken! Menschen sein!

Vielleicht ist ja wirklich und gerade in unserer hoch technisierten Welt, der Zeitpunkt gekommen, den Menschen wieder in den Vordergrund zu rücken. Wir können etwas verändern, wenn wir es wirklich wollen. Bei vielen jungen Menschen beobachte ich, dass sie neben dem ausgelassenen Feiern (auch zu viel rauchen, trinken und kiffen eingerechnet) bereit sind Verantwortung zu übernehmen.

Da werden auch schon mal Freunde oder Mitglieder der Clique angesprochen, wenn sie nicht zur Schule gehen, wenn sie in Spielhallen ihr Leben verspielen, wenn sie auf dem Weg in den Alkoholismus sind oder einfach depressiv in der Ecke sitzen. Bei all dem oberflächlichen Getue scheinen immer mehr junge Menschen zu erkennen, daß die Menschen in der unmittelbaren Umgebung nicht zu ersetzen sind.

Vielleicht sollten wir uns alle einmal folgenden Satz vor Augen halten:
               Jeder Mensch der Dir begegnet ist Teil Deines Lebens!

Ob Du ihn angesprochen hast oder nicht, ob Du ihn persönlich kennst oder nicht – sobald Du das Gesicht, das Bild oder die Stimme eines Menschen einmal gesehen oder gehört hast, ist er unauslöschlich in Deinem Kopf gespeichert. Er ist auf alle Zeiten ein Teil Deines Lebens. Spätestens wenn er Dir in irgendeiner Form wieder begegnet, wird Dein Gehirn Dir sagen, „ja, den hab ich schon mal gesehen“.

Natürlich verlangt niemand von uns für all diese gespeicherten Menschen die Verantwortung zu tragen. Aber wenn uns einer davon anspricht und um Hilfe bittet – dann sollten wir vielleicht, trotz all unserer Eile, kurz darüber nachdenken, ob wir ihm nicht ein paar Minuten zuhören und vielleicht an jemanden weitervermitteln können, der wirkliche Hilfe leisten kann.

Lassen Sie uns offen sein für Menschen denen wir begegnen, lassen Sie uns zuhören und vielleicht einen Menschen damit aus der Selbstmordstatistik dieses Jahres heraushalten. Vielleicht macht das Gleiche grad ein wildfremder Mensch mit einem guten Freund oder Mitglied Ihrer Familie.

Die Zahl der Menschen, die ihre Wut nicht im Zaum halten können und zu gewalttätigen Aktionen greifen nimmt zu. Noch nie wurden und werden so viele Jugendliche, Heranwachsende aber auch Erwachsene, oft auch durch Gerichtsurteile,  dazu angehalten Anti-Aggressions-Kurse zu besuchen. Viele dieser Kurse sind mit recht hohen Kosten verbunden, doch für die Betroffenen bringen sie zum Teil nur recht zweifelhafte Ergebnisse.

In der Mehrheit der Kurse werden die Betroffenen trainiert ihre Wut in andere Kanäle abzuleiten und sich zu kontrollieren. Doch welcher Mensch schafft es wirklich sich ständig unter Kontrolle zu halten. Es ist ein Privileg des Menschen sich und seine Gefühle einfach „mal gehen zu lassen“. Aber auch dann sollte er sich so weit beherrschen können, Handgreiflichkeiten zu vermeiden. Es geht in erster Linie um die Grundeinstellung zur Gewalt.

Sehr oft werden aggressive Menschen in den psychologischen Sitzungen nach Kindheitstraumata und Familienanamnese befragt. Dabei haben viele von ihnen das Gefühl sich seelisch vor dem Sitzungsleiter „ausziehen“ zu müssen. Und das in einer Art in der sie den Zusammenhang nicht erkennen bzw. verstehen können. Schon diese Vorgehensweise ist für die Betreffenden oft eine zusätzliche Belastung, die sie m.E. kaum von ihren Aggressionen befreit. In sehr vielen Fällen werden die Therapien nach kurzer Zeit durch die Betroffenen abgebrochen.

Aggressionen gehören ebenso wie die Flucht zu unseren Urinstinkten. Wenn es auf einen (vermeintlichen) Angriff keine Fluchtmöglichkeit mehr gibt, bleibt nur der Kampf, die Aggression. Wir leben nicht mehr in der Wildnis der Neandertaler, doch die Urinstinkte sind uns immer noch präsent.

In unserer Zeit, kommen die genannten Urinstinkte Kampf oder Flucht in anderer Art und Weise zum Tragen. Wir nutzen nicht mehr die Keule, sondern kämpfen heute mit verbalen Mitteln. Die ständig steigenden Zahlen von Mobbing-Opfern und Depressionen zeigen jedoch, dass auch der verbale Kampf in seiner Härte weiter zunimmt.

Gewalttätige Menschen erkennen für sich in diesem verbalen Kampf jedoch keine geeigneten Mittel des Kampfes mehr und wenden sich wieder den handgreiflichen Formen der Auseinandersetzung zu. Dabei stellen sie fest, dass diese Form der Auseinandersetzung ihnen sehr oft einen Vorteil verschafft, den sie mit Worten nicht haben konnten. Sie gewöhnen sich mit der Zeit immer mehr daran auf Auseinandersetzungen grundsätzlich nicht mehr verbal, sondern nur noch mit handgreiflicher Gewalt zu reagieren.

Als Aggressions-Coach versuche ich gemeinsam mit den Betroffenen herauszufinden, welche spezifischen Situationen oder verbalen Angriffe sie zu ihrem Verhalten veranlassen. Welches sind die (alltäglichen) Gelegenheiten in denen sie keine andere Möglichkeit als die handgreifliche Auseinandersetzung sehen und warum geraten sie in solche Situationen?

Aus dem Erkennen der Ursachen für die Aggressionen im Alltags-Ablauf, können wir dann auch gemeinsam ganz individuelle Programme und Aufgaben entwickeln, die dabei helfen aggressives Verhalten abzubauen. Es geht darum zu erkennen, dass  Gewalt im Grundsatz und körperliche Gewalt im Speziellen keine sinnvollen Mittel der Konfliktlösung sind. Zumal handgreifliche Gewalt in der heutigen Zeit immer zu gerichtlichen Konsequenzen führt.

Grundlage eines erfolgreichen Aggressions-Coachings ist das von Coach und Klienten gemeinsame Erarbeiten von Ursache und Therapieprogramm. Durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit bei der Erstellung der Programme werden gestellte Aufgaben vom Klienten in besonderer Weise akzeptiert und durchgeführt. Damit wachsen die Chancen auf erfolgreiches Coaching.

www.hpweyer.de

Knopf im Ohr II – Vereinsamung

Veröffentlicht: 28. Juli 2011 in Coaching, Persönlichkeit
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Manche Leute muss man grundsätzlich zwei Mal ansprechen. Einmal damit sie merken, dass sie angesprochen werden und den Knopf aus dem Ohr nehmen und das zweite Mal dann um tatsächlich die Unterhaltung zu beginnen.
Auf die Dauer und je öfter das passiert, desto weniger Lust habe ich, Leute mit Knopf im Ohr überhaupt anzusprechen. Und da bin ich vermutliche nicht der Einzige, der so denkt. So geht langsam aber sicher immer mehr zwischenmenschliche Kommunikation verloren.
Immer öfter fällt mir auch auf, dass vorwiegend jüngere Leute den Knopf schon gar nicht mehr aus dem Ohr nehmen. Für mich sind solche Unterhaltungen dann sehr schnell zuende. Der Knopf im Ohr signalisiert in solchen Situationen ganz eindeutig den mangelnden Respekt gegenüber dem Gesprächspartner. Der Betreffende ist scheinbar nicht bereit den Ausführungen und Argumenten seines Gegenüber in aller Offenheit zu begegnen.
Ebenso unerträglich finde ich gemeinsame Unternehmungen bei denen ein (oder mehr) Teilnehmer die Knöpfe im Ohr hat. Ob das Autofahrten, Wanderungen, Mahlzeiten oder Festlichkeiten sind – der Knopf im Ohr signalisiert „ich bin anwesend, aber nicht ansprechbar“.
Viele Untersuchungen und Diskussionen hat es bezüglich der Vereinsamung durch Computer gegeben. Doch hierbei gibt es zumindest eine virtuelle Community mit der man verbunden ist und zu der es sehr oft auch reale Beziehungen gibt. Die Vereinsamung durch die Abschottung mit dem Knopf im Ohr scheint so ganz nebenbei unbemerkt zu bleiben.
Der ständige Knopf im Ohr, die Beschränkung der Welt auf die eigenen Gedanken und Gefühle, verbunden mit der bewußten oder unbewußten Ausgrenzung der Umgebung unter dem Vorwand Musik hören zu wollen, führen zu einer neuen, bisher unbeachteten, Qualität von Vereinsamung.
In dieser neuen Qualität der Vereinsamung spiegelt sich nicht nur ein Verlust zwischenmenschlicher Beziehungen wieder, sondern auch ein Verlust von Lebenswirklichkeit und natürlicher Sinneseindrücke.
Dazu mehr im Teil III.

Knopf im Ohr I – Abschottung

Veröffentlicht: 21. Juli 2011 in Coaching, Persönlichkeit
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Machmal finde ich es erschreckend wie viele Menschen inzwischen einen bzw. zwei Knöpfe im Ohr haben. Wenn ich durch einen Zug oder einen Bus gehe, ist kaum nochbein Mensch ansprechbar. Alle leben in einem unzugänglichen Raum der Einsamkeit – mitten in der Masse.

Ich verstehe die Absicht mal abzuschalten, sich von der Umwelt zu isolieren und mal nur den eigenen Gedanken nachzuhängen. Diese Auszeiten habe ich mir auch immer mal genommen. In meiner Jugendzeit, als es den Knopf im Ohr noch nicht gab, habe ich mich in der Disco vor bzw. unter die Lautsprecher gesetzt, die Augen geschlossen und mich einfach in die Musik fallen lassen. Großartige Augenblicke waren das, die über manche Probleme hinweggeholfen und wieder neue Kraft gegeben haben. Auch heute gönne ich mir hin und wieder solche Momente, um kurzzeitig abzuschalten, mal die Welt und ihre Probleme zu vergessen und ganz in mir selbst zu ruhen.

Solche „Auszeiten“ brauchen wir Menschen, um Stress abzubauen und mit neuer Kraft unser Tagwerk anzugehen. Wie aber kann jemand Stress abbauen, der solche Auszeit – also weg von der Umwelt und sich in sich selbst zurückziehen – zum Standard gemacht hat? Wer ständig den Knopf im Ohr hat und sich von der Umwelt abschottet, wohin kann der noch „fliehen“ wenn er eine Auszeit braucht? Die andauernde Berieselung mit – meist viel zu lauter – Musik direkt aufs Trommelfell, wird irgendwann zum eigenständigen Streßfaktor. Es gibt keine Entspannung mehr, keine Auszeit, die helfen könnte Stress abzubauen.

Immer mehr Menschen geraten in den Sog des Burn Out, weil sie es nicht schaffen den Stress durch Ruhephasen auszugleichen. Der ständige Knopf im Ohr verstärkt das Problem, weil er zwar von der Umwelt abschottet, aber selbst Streßfaktor ist, der nicht erkannt wird. Die scheinbare Abgeschiedenheit von der Umwelt verhilft zum Alleinsein, aber nicht mehr zur Ruhe.

Zudem nehmen die zwischenmenschlichen Beziehungen immer mehr ab. Aber dazu mehr im „Knopf im Ohr II“.

http://www.hpweyer.de

Manchmal benötigt man einen kleinen Anstoss, um das Selbstverständliche zu sehen.

Wie geht es Ihnen bei der Überschrift zu diesem Artikel? Was war Ihr erster Gedanke? Wieder mal einer, der nur an sich denkt? Wieder mal ein Egoist?

Denken Sie einmal über folgenden Satz nach:

Der einzige Mensch, der vom ersten bis zum letzten Atemzug bei Ihnen ist – sind Sie selbst!

Machen Sie sich diesen Satz einmal ganz bewusst. Alle anderen Menschen – egal ob Eltern, ob Partner, ob Kinder, ob Freunde – alle anderen Menschen begleiten Sie immer nur zeitweise.

Wie oft haben wir den Eindruck, wir müssten jemandem besonders dankbar sein für seine Begleitung, seine Hilfe, seine Präsenz. Aber wie oft sind wir uns selbst nahe und womöglich dankbar? Wie oft denken wir über uns selbst nach?

Wer bin ich? Das ist eine ganz zentrale Frage, die sich jeder Mensch immer mal wieder stellen sollte. Und dazu gehören auch die Fragen: Was mache ich hier? Was ist meine Aufgabe? Und noch genauer: Was ist meine Lebensaufgabe?

Vielen Menschen fehlt in dieser Zeit das Selbst-Bewusstsein. Sie sind sich ihrer selbst nicht bewusst.

Der Herbst hat angefangen. Die Tage werden kürzer und damit das Leben bringende Licht weniger. Die dunkle Jahreszeit nagt an unseren Möglichkeiten.

Die Zeit …. in der die Menschen müde werden ….. in der die Menschen die Hoffnung verlieren ….. in der die Zahl der Selbstmorde ansteigen ….. in der die Menschen mehr Hilfe benötigen, als sonst.

Die Zeit in der es umso wichtiger ist, sich seiner Selbst bewusst zu sein.

Denken Sie noch einmal über den Satz weiter oben nach. Seien Sie sich im Klaren darüber, dass Sie selbst immer an Ihrer Seite stehen. Sie sind stark, wenn Sie sich selbst gegenüber bewusst durch den Tag gehen.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit und Selbst-bewusste Gedanken.

Ihr

Hans-Peter Weyer