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Das Lächel-Prinzip

Veröffentlicht: 19. September 2017 in Coaching, Gesellschaft, Persönlichkeit, Soziales
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An einem Morgen kam ein etwa 10jähriger Junge während meiner Tätigkeit als Linien-Busfahrer zu mir und fragte mich: „Sagen Sie mal, haben Sie eigentlich nie schlechte Laune?“ Diese Frage ist bis heute das schönste Kompliment, das ich in meinem Leben bekommen habe und es macht mich sehr stolz.

Aber es macht mich gleichzeitig auch nachdenklich. In was für einer Welt lebt dieser Junge? In einer Welt, in der schlechte Laune selbstverständlich ist? Und in der jeder der längere Zeit keine schlechte Laune zeigt, eine Art „Paradiesvogel“ ist? Wenn das so ist, dann bin und bleibe ich gern ein Paradiesvogel und zeige diesem Jungen und allen Anderen voller Freude, dass auch eine andere Welt möglich ist!

Es macht mich traurig und zugleich wütend, wenn ich Kinder und junge Menschen sehe, die mit so ernsten Gesichtern durch die Gegend laufen, als müssten sie die Sorgen der ganzen Welt auf ihren Schultern tragen. Beobachten Sie einmal Kinder und Jugendliche morgens auf dem Weg zur Schule oder mittags auf dem Heimweg. Manchmal ist es erschreckend.

Kinder müssen Lachen, Spielen, Toben! Jugendliche müssen die Welt erobern und begeistert an die Erkundung des Lebens gehen. Aber offenbar gibt es zu wenig Erwachsene, die den jungen Leuten zeigen, dass das Leben trotz aller Widrigkeiten lebenswert und schön ist.

Natürlich gibt es auch Tage, Dinge, Ereignisse, die das Leben schwer machen. Es gibt Katastrophen, globale (Flutwellen, Vulkanausbrüche, etc.) und ganz kleine sehr Persönliche und (Zwischen-)Menschliche. Und es ist manchmal sehr schwer damit umzugehen.

Mir geht es auch so. Und es gibt Tage, da möchte ich einfach alles hinschmeißen, mich auf eine einsame Insel beamen und der ganzen Welt zurufen: „Ihr könnt mich mal – wenn Ihr mich findet!“ Dann gehe ich unter Menschen und erlebe das Wunder des Lächelns. Kennen Sie das?

Die Chinesen sagen:

Alles was Du tust, kommt zehnfach zu Dir zurück!“

Also: verschenken Sie ein Lächeln (grade wenn’s nicht so gut läuft) und Sie erhalten zehn Lächeln zurück. Und mit jedem Lächeln, das man bekommt, wird ein Problem kleiner. Die ganze Welt umher wird freundlicher und wärmer, und die Sorgen verlieren ihren Schrecken.

Das Leben wird trotz der Gedanken, Sorgen und Probleme, die man hat, wieder wundervoll. Das ist das Wunder des Lächelns. Das ist das Lächel-Prinzip des Lebens. Versuchen Sie es mal!

Es gibt so viel Tolles in diesem Leben zu entdecken!

Jeder Tag ist ein Wunder, ein Erlebnis, ein Geschenk!

Jeder Mensch, jedes Lebewesen, ist einmalig und unverwechselbar.

Das Leben ist wundervoll (das heißt tatsächlich VOLL WUNDER).

Ich wünsche Ihnen immer ein Lächeln mehr, als für ein schönes Leben nötig wäre.

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Nicht mehr ganz zwei Wochen bis zur Bundestagswahl 2017. Immer wieder begegnen mir Leute, die behaupten kleine Parteien zu wählen sei eine „verlorene Stimme“. Gerade Anhänger größerer Parteien sind besonders kreativ, wenn es um die entsprechenden Begründungen geht. Deshalb rufe ich hier ganz offiziell zur Aktion „Verlorene Stimme“ auf. Was hat es damit auf sich?

Die Argumentation der verlorenen Stimme ist Unfug! In einer demokratischen Wahl ist nur die Stimme verloren, die nicht abgegeben wurde. Jede abgegebene Stimme ist ein Gewinn für die Demokratie. Deshalb in jedem Fall: Geh wählen!

Und trotzdem ist die Argumentation der etablierten Parteien nicht ganz von der Hand zu weisen und das macht die Aktion „Verlorene Stimme“ interessant. Die Wahl einer Kleinpartei ist nämlich tatsächlich eine verlorene Stimme – nämlich für alle anderen Parteien. Und das hat Auswirkungen in mehrerlei Hinsicht.

  1. Die etablierten Parteien verlieren an Stimmen und damit an Prozentpunkten bei der Wahl. Das dokumentiert deutlich die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der bestehenden Politik und den Äußerungen der bekannten Politiker.
  2. Die Parteien erhalten weniger Geld. Denn ein Teil der Parteienfinanzierung wird durch die Zahl der abgegebenen Stimmen gesteuert, die die jeweilige Partei erhalten hat. Hier ist die Partei, die Stimmen verliert deutlich getroffen. Finanzielle Einbußen wirken auch auf Parteiebene massiv. Allein das könnte schon ein Grund sein die Aktion „Verlorene Stimme“ zu unterstützen.
  3. Die Parteien werden gezwungen sich mit mehreren Parteien zur Regierungsbildung auseinander zu setzen. Sprich: Die bisherigen Koalitionsmöglichkeiten werden massiv beschränkt und es wird auch möglich eine Regierung mit evtl. mehr Parteien gründen zu müssen. Für die Bevölkerung, die Wähler, wird damit die Wahrscheinlichkeit auch größer mehr ihrer spezifischen Interessen vertreten zu sehen.

Eines sollte allen klar sein: Eine Zeit ohne Regierung gibt es nicht!

Deshalb: Mach mit bei der Aktion „Verlorene Stimme“!

Gib Deine Stimme einer Kleinpartei, die mindestens eine Sache vertritt, die Du für wichtig hältst. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Tierschutz, BGE, Rentner, oder Familie, usw, ist. Die kleinen Parteien brauchen eine Chance über 0,5% zu erreichen, um in die Beteiligung an der Parteienfinanzierung zu kommen und Deine Interessen weiter vertreten zu können.

Lass uns dafür sorgen, dass es für die etablierten Parteien in diesem Jahr wirklich „Verlorene Stimmen“ gibt, die sich in %-Punkten und Parteienfinanzierung niederschlagen. Ich wünsche mir, dass der Balken „Sonstige“ in diesem Jahr besonders hoch sein wird. Nur dann werden die etablierten Parteien merken, wie ernst es den Bürgern ist. Mach mit und teile diesen Artikel, um möglichst viele Menschen in den nächsten zwei Wochen noch zu erreichen.

(Hinweis: Unter „etablierte Parteien“ verstehe ich CDU/CSU, SPD, B90/DieGrünen, DieLINKE, FDP, AfD)

Meine persönliche Wahl: PIRATEN

 

Beitrag als .pdf zur freien Verwendung an Infoständen  Aktion Verlorene Stimme

220.000 Computer wurden am letzten Freitag innerhalb weniger Stunden von einem verheerenden Virus befallen und erpresst. Darunter Krankenhäuser, Telefongesellschaften, das russische Innenministerium und viele weitere. Durch Zufall (!) und quasi „aus Versehen“ hat ein junger Sicherheitsexperte den richtigen Schlüssel gefunden diesen Cyberangriff zu stoppen.

Die Seite Tarnkappe.info hat in einem Beitrag über den Angriff der Schadsoftware „WannaCry“ berichtet, der nur durch Zufall von einem 22jährigen Sicherheitsexperten aus Großbritanien gestoppt wurde. Das lese ich eigentlich auch eher zufällig, während ich mich an diesem Abend durch die Sozialen Medien klicke und in Foren über den Ausgang der Wahl in NRW diskutiere. Und mir schiesst der Gedanke durch den Kopf, was wäre eigentlich geschehen, wenn dieser 22jährige Nerd die Notlösung nicht sofort entdeckt hätte?

Experten gehen davon aus, dass die Angriffe schon heute erneut beginnen werden. Ein Virus der sich innerhalb weniger Stunden in alle Bereiche ausdehnen kann und unaufhörlich weiter verbreitet. Was passiert, wenn er nicht gestoppt werden kann? Oder ketzerisch gefragt: Was passiert, wenn auf diese Weise jemand einfach das Internet abschaltet?!

Einige meiner guten Freunde verbringen täglich einige Stunden in einem Browsergame, wir kommunizieren über SocialMedia (Facebook, WhatsApp, Instagram, etc, etc.), unsere Telefonverbindungen sind digitalisiert ……… alles wäre plötzlich aus. Ich glaube, ich muss hier nicht weiter aufzählen, was alles digitalisiert ist, was mit dem Netz verbunden ist. Jeder kann sich ausmalen wie die Folge aussieht:

Die Welt würde auf einmal stillstehen!

Wir leben in einer Welt, in der das Handy quasi zu einem „Körperteil“ geworden ist. Wir können uns ohne diese Verbindung in alle Welt kaum noch bewegen. Insbesondere junge Menschen sind ohne Handy, überspitzt gesagt, kaum überlebensfähig. Ich bin 62 Jahre alt. Ich habe die analoge Welt noch kennengelernt und ja ich gehöre zu den Menschen, die in der Kindheit noch auf Bäume geklettert und durch Scheunen getobt sind. Aber auch ich lebe mit meinem Handy, als einen fast unverzichtbaren Teil der Kommunikation. Ich bin damit gewachsen bzw. erwachsen geworden. Und … meine Generation hat die Grundlagen für diese heutige Welt geschaffen.

Als ich meine Computersprachen lernte (Assembler, BASIC, COBOL) hatte niemand eine Ahnung oder auch nur die kleinste Vision davon, dass es irgendann einmal so viel schnellere Computer geben könnte und man seine gesamte Kommunikation eines Tages auf einem Fingenagel speichern können würde. Heute kann sich niemand mehr vorstellen, welche seitenlangen Programme damals geschrieben wurden um einen Taschenrechner zu einem Ergebnis zu bewegen oder ein Bild auf einen Bildschirm zu bekommen.

Die Zeiten haben sich verändert und sie haben sich in einer unvorstellbaren Geschwindigkeit entwickelt. Und nun stehen wir vor der Erkenntnis, dass unsere Welt digitalisiert ist. Es gibt nicht mehr viel, das nicht durch Computer gesteuert wird. Und auch dieses Wenige, werden wir in absehbarer Zeit digitalisiert haben.

Nur der Mensch funktioniert, abgesehen von seinem Gehirn, immer noch analog. Er denkt und handelt unlogisch, egoistisch, unberechenbar. Und damit bringt er unsere schöne digitale Welt in Gefahr. Aus Habgier oder einfach „nur Spaß“ werden Programme ins Netz gestellt, die alles in Gefahr bringen – und im schlimmsten Falle sogar töten können. Das nämlich wäre der Fall gewesen, wenn in den Krankenhäusern, die betroffen waren, nicht sofort richtig reagiert worden wäre. Doch was, wenn Ausweichmöglichkeiten auch nicht mehr gegeben sind? Haben wir dann noch genug analoges Wissen und Können, um Katastrophen zu vermeiden? Haben wir noch ausreichend viele Ärzte, Schwestern und Pfleger, die auch noch mit einfachen Mitteln operieren und helfen können? Was würde passieren beim Ausfall der digitalisierten Intensivmedizin?

Und was ist mit dem Ausfall von Telekommunikations- und Daten-Leitungen? Was ist, wenn Logistikzentren wieder auf Papier planen müssten? Könnten wir das noch? Und woher bekommen wir dann die nötigen Daten? Was macht die Kassiererin im Supermarkt, kassieren mit Stift und Papier? Und woher weiß sie dann die Preise, die doch sonst der Scanner erfaßt? Was machen wir ohne Fernsehen, ohne Computer, ohne Radio?

Vielleicht ist die „WannaCry“-Attacke und die Gefahr der nächsten Tage, der notwendige Punkt, uns einmal nachdenken zu lassen, wie sehr wir von der digitalen Welt inzwischen abhängig sind. Und vielleicht hilft es uns, bewußt einmal ein paar Stunden das Handy aus der Hand zu legen und uns in der Welt umzuschauen, die (nicht digitalisiert) um uns herum immer noch existiert und eigentlich die Grundlage unseres Lebens sein sollte.

In den nächsten Tagen und Wochen werde ich zeitweise nicht erreichbar sein. Ich will mein vernachlässigtes analoges Leben wieder mehr kennenlernen. Eines Tages wird es wichtig sein, mehr darüber gelernt zu haben. Und das sollten wir tun, bevor er da ist

der Tag, an dem die Welt stehen bleibt..

 

 

 

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Auch in Schleswig-Holstein war die Gruppe der Nichtwähler wieder die größte Wählergruppe. Und es wird immer schwieriger diese Gruppe zum Urnengang zu motivieren. Doch in diesem Artikel möchte ich nicht nur die Nichtwähler ansprechen, sondern auch und vor Allem diejenigen, die ohnehin zur Wahl gehen. Auch ihnen sei gesagt „Wähl doch mal …“

Es erschreckt mich immer wieder, wenn ich höre wieviele Menschen nicht mehr wählen gehen wollen.  Es ist Grundlage der Demokratie, dass das Volk als Souverän seine Regierung, seine Repräsentanten, wählt. Das sollte man sich immer wieder vor Augen halten und auch immer wieder durchdenken. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass in anderen Teilen der Welt Menschen für dieses Recht sterben oder sich extremen Repressionen aussetzen. Aber es ist auch verständlich, dass Menschen die Politik gegen den Willen der Menschen und zum Teil, wie im SGB II oder SGB XII, sogar gegen die Menschen und die Menschenwürde, nicht mehr unterstützen wollen.

Noch mehr erschrecken mich diejenigen, die sich über die Politik und die Politiker aufregen, sich regelmäßig über die unhaltsamen Zustände in diesem Land auslassen  –  und dann am Sonntag zur Wahl gehen und ganz automatisch ihr Kreuz machen. Immer an der gleichen Stelle, weil „wir das ja immer wählen“ oder „mein Vater (mein Mann) das auch immer wählt“. Mir hat vor wenigen Tagen ein Bekannter gesagt „Alles gut und schön. Ich verstehe was Du meinst und weiß, dass es richtig ist. Aber ich bin schon seit 26 Jahren bei der Partei und habe da mein Parteibuch. Deshalb mache auch diesmal wieder da mein Kreuz“. Mit anderen Worten wählt er wider besseren Wissens was er schon immer gewählt hat. Das erschreckt mich mehr als ein Nichtwähler!

 

Schon Albert Einstein sagte:

„Es ist die höchste Form von Wahnsinn, immer das Gleiche zu tun und etwas Anderes zu erwarten.“

 

Die großen Parteien verlassen sich auf genau diese Wähler, weil sie ihnen die Gewissheit geben, dass sie mit ihrem „weiter so“ im Getriebe der Politik eben genau das machen können: Weiter so. Was soll man auch ändern, wenn die Mehrheit der Bevölkerung sagt, das ist zwar Mist was Ihr da macht, aber macht mal weiter? Genau das ist es aber was man mit dem Kreuz an der immer gleichen Stelle oder auch mit dem Nichtwählen erreicht. Alles kann weiterlaufen wie bisher. Niemand will eine wirkliche Änderung, sonst würde man sein Wahlverhalten ja ändern. Nur dann kann sich nämlich etwas verändern.

Natürlich gibt es auch Parteienspringer. Wähler, die mal der einen und dann wieder mal der anderen bekannten Partei die Stimme geben. Ändert sich dann etwas? Nein. Und das wissen wir alle nur zu genau. Die etablierten Parteien haben alle kein wirkliches Konzept. Soziale Gerechtigkeit, Frieden, Arbeitsplätze, usw. sind nach der Wahl nichts als hohle Phrasen gewesen. Deshalb werden sie auch vor der Wahl nicht mit konkreten Aussagen gefüllt. Klar ausgedrückt: Wer CDU, SPD, Grüne, Linke oder FDP wählt, wählt das „weiter so“ und darf sich nicht wundern, wenn sich nichts ändert. Alle genannten Parteien haben in den letzten zwanzig Jahren deutlich bewiesen, dass sie keinen digitalen Fortschritt, keine soziale Gerechtigkeit, keine Rüstungsbegrenzung und weitere wichtige Themen wirklich wollen, wenn sie in irgendeiner Regierungsbeteiligung sind. Und das sowohl in den Kommunen wie im Land wie auch im Bund. Und die AfD will nach eigener Aussage populistisch bleiben, Opposition machen (also Hauptsache dagegen) und rückwärts denken.

Also doch nicht wählen? Nein! Keine Wahl ist die schlechteste Wahl! Es gibt jede Menge kleinerer Parteien, die vielleicht nur einzelne Punkte durchsetzen wollen, aber das mit viel Engagement. Gebt ihnen Eure Stimme. Wählt einfach mal anders! Wählt die Kleinen und stellt Eure Stimme damit in jedem Fall gegen das „weiter so“. Seht Euch die Programme an und entscheidet Euch dann für eine wirkliche Wahl. Das wäre meiner Meinung nach zumindest eine richtige Form der Protestwahl. Wie stünde der Schreck in den Gesichtern der so sicheren Kandidaten etablierter Parteien, wenn nicht die Nichtwähler die größte Gruppe währen, sondern die „Sonstigen“?

Sind das nicht verschenkte Stimmen? Nein! Nur Nichtwähler verschenken ihre Stimme. Und das meist zugunsten der etablierten Parteien. Wer seine Stimme einsetzt und ein Kreuz macht, hat sie nie verschenkt. Er hat sein Recht auf freie Wahl und damit seine in der Demokratie verbriefte Freiheit genutzt. Es ist ein Unding, wenn von verschenkten Stimmen gesprochen wird. Und wer es richtig verfolgt stellt fest, dass diese Aussage auch immer nur von den etablierten Parteien genutzt wird, um die Stimmenzahl der kleineren Parteien so niedrig wie möglich zu halten. Macht ihnen endlich einen Strich durch die Rechnung und gebt Eure Stimme der Partei, die Euch zusagt, egal wie klein.

Übrigens: Das Gerücht der verschenkten Stimme wird von den etablierten Parteien auch geschürt, weil es ihre Finanzierung betrifft. Jede Stimme ist ein Teil der Parteienfinanzierung. Jede Stimme, die die etablierten Parteien nicht bekommen schmälert ihr Parteibudget, weil es der Partei zufliesst, die diesmal die Stimme bekommen hat. Mit der Wahl einer kleineren Partei stärkt Ihr somit auch finanziell die Vielfalt der Demokratie.

Deshalb noch einmal zum Schluss die Bitte: Nicht wählen wie immer! Entscheidungen müssen getroffen werden, ganz bewußt. Und auch und gerade beim Kreuz in der Wahlkabine. Bitte

wähl doch mal …

 

 

2016  – es reicht!

Veröffentlicht: 22. Dezember 2016 in Coaching, Gesellschaft, Persönlichkeit, Politik, Soziales
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Ich bin in diesem Jahr 61 Jahre alt geworden. Es gab schwere Jahre, es gab turbulente Jahre, es gab Jahre der Trauer und Jahre der Freude. Aber am Ende jeden Jahres, war es auch noch so schwer, hatte ich immer eine Perspektive, eine Aussicht auf das kommende Jahr. Ich hatte die Zuversicht, daß es weiter geht, da ein neues Jahr auch neue Möglichkeiten bietet.

Am Ende dieses Jahres  –  Ratlosigkeit!

Für Jemanden, der sein Leben lang geholfen und beraten hat und immer einen Ausweg wusste, für sich selbst und vor Allem für die Menschen, die ihm vertrauten, ist Ratlosigkeit so etwas wie ein Super-Gau,  die größtmögliche Katastrophe.

In den letzten Wochen dieses Jahres überwiegen die Schmerzen, die der Hass verursacht, der überall immer vorherrschender wird. Und ich sitze vor meinem Schreibblock und bin ratlos. Ich weiß nicht wie ich einen hilfreichen Text schreiben soll.

Ich möchte Texte schreiben, die aufmuntern und Kraft geben. Ich möchte Rat und Hilfestellung geben, um das Leben zu erleichtern. Ich möchte …

… und dann ist mein Kopf voller Gedanken, voller Katastrophen, voller Schmerz, voller Ideen, voller Freude, voller Verzweiflung, voller Trauer, voller …

… und dann ist mein Kopf leer.

Ich sprach heute mit einem Freund darüber, daß ich nicht mehr weiß wie ich noch helfen könnte, daß ich keine Lösungen mehr sehe und doch niemanden im Stich lassen möchte. Und ich erzählte ihm wie sehr mir der anhaltende Hass und die wachsende Gewaltbereitschaft immer mehr persönlich zusetzt und ich nicht mehr weiß darauf zu reagieren. Mein Freund hat mich heftig zurechtgewiesen und endete mit dem Satz: „Nach 61 Jahren hast Du es verdient nur noch an Dich zu denken.“

Vielleicht, liebe Freunde, hat er recht. Deshalb werde ich heute und mit diesem Text das Jahr 2016 abschliessen und mich zurückziehen. Gleichzeitig kündige ich an, daß das Jahr 2017 mir allein gehört. Ich werde ganz allein entscheiden, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, ob ich erreichbar bin, ob ich mich zu etwas äußere, ob ich einer Diskussion oder einer Veranstaltung beiwohnen will,  oder eben nicht.

Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Für 2017 wünsche ich allen Menschen Frieden, den Willen zur Hass freien Gesellschaft, die Kraft und den Mut zu Gemeinschaft und Menschlichkeit. 

Auch wenn ich nicht erreichbar sein werde, bin ich nicht aus der Welt und Ihr dürft sicher sein, daß es mir gut geht. Hin und wieder werdet Ihr auch von mir lesen. Ich bin sicher, wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist, bin ich wieder da, was auch immer bis dahin geschehen sein mag.

Euer Hans-Peter Weyer

Auf einem Pferd sitzend zieht er jedes Jahr in Soldatenkleidung und Mantel einem Zug von Kindern und Eltern mit bunten Laternen voran: Der Heilige Martin. Gedacht wird damit dem Todestag des Bischofs Martin von Tours, der in jungen Jahren als Soldat einem armen Mann die Hälfte seiner Chlamis (ein weißer Überwurf) gab, um ihn vor dem Erfrieren zu bewahren. Ein Akt der Güte, des Großmutes und der Menschlichkeit. Gilt das auch für unsere Zeit, für dieses Jahr 2016?

 

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Erst Jahre später wurde aus dem Soldaten Martinus der Mönch Martin. Ein bescheidener Mann, der seinen hohen Status als Soldat ablegte, um sich im christlichen Glauben der Nächstenliebe und dem Kampf gegen Armut und Hunger zu widmen. Statt in der Stadt Tours wohnte er in den Holzhütten vor dem Tor der Stadt bei den Armen und sorgte sich um ihr Wohl. Als man ihm dann das Amt des Bischofs antrug, versteckte er sich. Er war der Meinung, dass ihm ein solches Amt nicht zustehen könne. Sein Versteck in einem Gänsestall war nicht besonders klug gewählt, denn die Gänse verrieten ihn durch lautes Geschnatter. So wurde er zum Bischof Martin von Tours. Und der Gänsebraten zum Martinstag erinnert an die schwatzhaften Gänse.

Nicht nur sein großes Herz, das sich im Teilen des Mantels und in den vielen Taten für die Ärmsten und Hungernden zeigte, sondern auch seine politischen und kirchengeschichtlichen Taten haben sich über die Jahrhunderte erhalten. So ist er u.a. auch Vorreiter für den Aufbau der Pfarreien aller christlichen Kirchen. Am 8. November 397 starb Martin von Tours und wurde am 11. November in einer großen von hoher Bevölkerungzahl begleiteten Lichterprozession von seinem Todesort Candes nach Tours in sein Grab überführt. Dieser Lichterprozession sind die Laternenzüge von heute nachempfunden.

 

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Die Bilder dieses Beitrages habe ich am 11.11.2016 beim Martinszug in Duisburg-Marxloh geschossen. Ein schöner Zug mit vielen Kindern und ihren Eltern, mit bunten Laternen verschiedenster Bauart, mit Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und strahlenden Augen bei Kindern und Erwachsenen, die sich am Feuer erfreuten und an der Geschichte des Martin von Tours. Und im Anschluss gab es für jedes Kind noch den üblichen Weckmann, den sie begeistert entgegen nahmen. Wer wollte konnte sich einen Kaffee oder Kakao gönnen und alle freuten sich über das gelungene Fest.

Als ich die Bilder machte, stand ich ein wenig am Rande der Menschenmenge in der Dunkelheit. Und ich musste bei diesem friedlichen Bild der vielen so verschiedenen Menschen, die sich zusammengefunden hatten einem Helden der Menschlichkeit zu gedenken, auch an die Bilder denken, die sich immer noch vor deutschen Flüchtlingsunterkünften abspielen und an den europäischen Aussengrenzen. Ich musste daran denken mit welchen Attributen zugewanderte Roma bedacht wurden und werden, die sich nicht mehr oder weniger als ein besseres Leben für sich und ihre Kinder erhoff(t)en.

Ist Menschlichkeit wirklich nur in der Erinnerung und im Gedenken zu finden und nicht mehr im Alltag und im Umgang mit notleidenden oder hilfesuchenden Menschen? Kann der entgegengenommene Weckmann meines Kindes der Massstab für den alltäglichen Hunger eines fremden Kindes sein? Ist Menschlichkeit mit dem Verteilen der Weckmänner am Martinstag abgeschlossen und wir gehen wieder in den Alltag über? Die Fragen und Gedanken beschäftigten mich und begleiteten mich nach hause.

Als ich wieder zuhause angekommen bin, fiel mir ein Artikel ins Auge: Martinszüge müssen Demo von Pegida weichen. Um die „christlichen Werte“ unseres Landes zu erhalten, wird in Fürth die Pegida-Demo durchgeführt und dafür fallen die Martinszüge aus. Ich bin fassungslos. Und ich habe damit leider eine eindrückliche Antwort auf meine Fragen erhalten.

Und doch:

Wenn auch die ganze Welt voller Ekel, Angst oder Verachtung auf das so fürchterlich böse Marxloh schaut, wenn die Stänkerer und Meckerer ihr loses Mundwerk nicht halten können, wenn die Politik von der NOGO-Area Marxloh schwadroniert und sich nichts einfallen lässt den Menschen hier tatsächlich zu helfen  –

die Bilder dieses Artikels und damit die Teilnehmer dieses Martinszuges, zeigen deutlich und nachdrücklich, dass hier in Marxloh Menschlichkeit nationenübergreifend vorhanden ist und gemeinsam praktiziert wird.

Und das lassen wir uns von Niemandem nehmen!

In diesem Sinne wünsche ich jedem Leser als einen Gruß aus Duisburg-Marxloh einen

Weckmann für die Menschlichkeit.

Gefeiert werden soll der Tag der deutschen Einheit. Der Tag an dem Ost- und Westdeutschland wieder zusammengewachsen sind, an dem offiziell die Belagerung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg sein Ende gefunden hat. Viele Menschen haben auf diese Einigung hingearbeitet. Viele haben in der ehemaligen DDR auf die Freiheit gewartet und dafür gekämpft. Und plötzlich ist alles nur noch Chaos.

Kaum ein Ereignis zeigt deutlicher wie geteilt, wie zerrissen dieses Land ist. Deutschland ist gespalten wie kaum jemals zuvor. Risse zwischen Ost und West. Spaltung zwischen arm und reich. Unverständnis zwischen Christentum und Islam. Ablehnung zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. Zwietracht zwischen Migranten und Deutschen. Uneinigkeit zwischen Europäern und Nationalisten. Und alles mit verbaler und körperlicher Gewalt untermauert.

Ich kann diese Eskalation nicht verstehen. Ich kann sie nicht nachvollziehen. Ich kann keine Ursache finden, die diese Gewalt so plötzlich möglich gemacht haben soll. Und ich will es auch gar nicht.

Viele Jahrzehnte habe ich mit meinen in- und ausländischen Freunden friedlich zusammen gelebt. Wir sind gemeinsam zur Schule gegangen, haben gemeinsam gefeiert und gelacht. Viele verschiedenen Religionen und Weltanschauungen konnten in diesen Jahren friedlich miteinander klar kommen. Wir haben diskutiert und unsere unterschiedlichen Meinungen ausgetauscht. Wir haben voneinander gelernt und einander verstanden – oder zumindest akzeptiert.

Eine andere Meinung war nicht gleich eine feindliche Meinung. Und eine verbale Auseinandersetzung wurde kein Akt der Gewalt. Es war immer eine Bereitschaft zum Kompromiss möglich. Und wo Kompromiss nicht möglich war, behielt einfach jeder seine Meinung und sie existierten gleichberechtigt nebeneinander, bis es neue Gesichtspunkte gab und wieder diskutiert wurde. Miteinander war das entscheidende Lebensgefühl, das in vielen Situationen auch zu einem Füreinander wurde.

Heute ist jeder mit einer anderen Meinung gleich ein Feind. Es wird nicht einmal mehr zugehört und über die Meinung diskutiert. Es wird gleich abgeschaltet und wenn möglich gibts eins aufs Maul. Wer solch eine Meinung hat, dem gehört die Meinungsfreiheit gestrichen, und das am besten gleich und mit der Faust oder einem Knüppel. Meinungsfreiheit ja, aber bitte nicht mit solche Meinungen. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns und gehört vernichtet.

Wie kann ich in einer solchen Atmosphäre lernen? Wie kann ich diskutieren und mein Leben bereichern, wenn jedes Wort möglicherweise Gewalt auslöst? Wohin soll das führen? Es wird ins Chaos führen. Denn wo niemand mehr bereit ist miteinander zu reden, sind keine Kompromisse mehr möglich und die Gemeinschaft fällt ins Chaos, in die Aufhebung von Regeln und Gesetze.

Und es ist wichtig, dass wir uns das bewußt machen. Mangelnde Bereitschaft miteinander zu reden, fehlende Kompromissbereitschaft und fehlende Bereitschaft zu lernen, führen unweigerlich zu Gewalt und Krieg. Angst vor dem Terror? Er ist längst da. Mitten unter uns. Und er kommt nicht von muslimischen Attentätern. Er kommt von uneinsichtigen  „Wutbürgern“ und „Antifaschisten“ und sonstigen Gruppierungen, die die Fähigkeit zu Reden und Diskutieren verloren haben. Das Chaos, die Zerrissenheit im eigenen Land, ist der wahre Grundstein zum Terror.