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Selbstmord – Kapitulation der Hoffnung

Veröffentlicht: 4. September 2011 in Coaching, Persönlichkeit
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Vor einigen Tagen rief mich ein guter Bekannter an, um sich bei mir auszusprechen und damit eine belastende Situation besser zu verarbeiten. Er ist Zugführer im ICE-Verkehr der Deutschen Bahn. Nur etwa eine Stunde vor unserem Gespräch hatte ein Pärchen gemeinsam Selbstmord begangen.

Zwischen Büschen hatten sie neben den Gleisen auf den Fernzug gewartet und waren dann im entscheidenden Augenblick Hand in Hand vor den Zug gesprungen. Bei 200 km/h hatte der Zugführer die Beiden gerade noch aus dem Augenwinkel gesehen, als es auch schon den Aufschlag gab und beide vermutlich sofort tot waren.

Die Schrecksekunde eingerechnet braucht ein Zug aus der Geschwindigkeit bei Notbremsung immer noch zwei bis drei Kilometer bis er steht. Meldung an die Zentrale, das Stellwerk und die Notmannschaften sind oft geübte Handgriffe und  Selbstverständlichkeiten, bis dann die kurze Ruhephase kommt, in der der Zugführer richtig realisiert was geschehen ist.

Mein Bekannter hat richtig erkannt, dass ihn keine Schuld an dem Tod der beiden Menschen trifft und er auch keine noch so kleine Chance hatte, dieses Unglück zu verhindern. Er hat nach den Gesprächen mit Bundespolizei, Unfallpsychologen und Notarzt vor Ort den Zug verlassen, mußte dann gleich zu einem Dienstarzt fahren und sollte sich zunächst ein paar Tage ausruhen. (Übrigens bei der DB eine vorbildliche Unfallbetreuung!)

Wenn ich solche Geschichten höre, stelle ich mir immer wieder die Frage, was kann die Menschen so verzweifeln lassen, daß sie bereit sind ihr Leben wegzuwerfen? Dieses Pärchen soll etwa um die dreissig Jahre alt gewesen sein. Also eigentlich mitten im Leben. Was hat sie dazu gebracht im Tod eine Lösung zu suchen, die das Leben ihnen nicht mehr bieten konnte?

Ich habe in meinem Leben eine Menge Dinge erlebt, die mich verzweifeln liessen. Aber ich habe nie daran gedacht, mir das Leben zu nehmen. Auch als ich drei Jahre so schwer krank war, dass ich mich kaum noch bewegen konnte, habe ich nie die Hoffnung aufgegeben, dass sich noch etwas ändern könnte.

Eine Mitarbeiterin des Arbeitsamtes (da hieß es noch so) hat damals wörtlich zu mir gesagt „Herr Weyer, Leichen kann ich nicht vermitteln. Haben Sie schon mal in den Spiegel geschaut?“ Ich war nur noch Haut und Knochen, bleich und zusammen gefallen. Ich habe die Dame verstanden – und habe die Hoffnung trotzdem nicht aufgegeben und weiter gekämpft.

So hat es eine Menge Zeiten in meinem Leben gegeben, die verdammt schwer waren. Ständig auf und ab. Das kann mürbe machen. Oft genug war ich so weit unten, dass ich keinen Ausweg mehr sehen konnte. Aber immer blieb ein klein wenig Hoffnung und der Wille etwas ändern zu wollen.

Zuletzt vor wenigen Jahren, schon im Alter von rund fünfzig Jahren, habe ich alles verloren, was ich mir bis dahin aufgebaut hatte. Ich möchte jetzt nicht über die Gründe reden, aber mir wurde ein Schlag versetzt, der mich vorübergehend sogar obdachlos machte. Das zehrt an den Nerven, liebe Leser, und ich kann mich gut in Menschen hinein versetzen, die völlig verzweifelt sind.

Doch ein Selbstmord kam für mich nie in Frage. Solange ich atme und mich bewegen kann, wenn vielleicht auch, wie in meiner Krankheit, nur sehr schwer, langsam und unter Schmerzen, solange habe ich doch Hoffnung und kann alles daran setzen etwas zu verändern.

Was ist das, das dem jungen Pärchen auch noch diese letzte Hoffnung auf Besserung ihrer Lage genommen hat? Wie kann auch noch das letzte bischen Hoffnung vor den scheinbaren Realitäten des Lebens kapitulieren?

Warum schreibe ich jetzt „scheinbare Realitäten“? Immerhin haben die Realitäten im Leben dieser beiden Menschen jetzt zwei Menschenleben gekostet. Und das war kein „Schein“. Mein Bekannter mußte es erleben.

Stimmt. Aber war die Lage wirklich so ausweglos? Ganz sicher nicht! Es gibt für jedes Problem eine Lösung. Manchmal muß man sehr lange danach suchen und das ist oft hart und grausam. Aber für das Leben, so schwierig es auch sein mag, gibt es keinen Ersatz.

Schlimm wird jedes Problem, wenn man das Gefühl hat, damit allein zu stehen. Aber niemand, wenn er nicht grad völlig allein auf einer einsamen Insel lebt, wirklich niemand ist allein. Schauen sie sich um wie viele Menschen sich um Sie herum aufhalten. Da kann von „allein“ sicher nicht die Rede sein.

Wenn Sie in eine ausweglose Situation kommen, dann sprechen Sie die Menschen an und bitten Sie um Hilfe. Und wenn Sie, aus welchem Grund auch immer, abgewiesen werden, dann gehen Sie zum Nächsten. Geben Sie nicht auf bis Sie den einen Menschen gefunden haben, der bereit ist Ihnen zuzuhören. Und ich verspreche Ihnen: Sie werden ihn finden!

Natürlich leben wir in einer schlimmen Zeit, wenn wir es daran messen, wie wenig sich die Menschen umeinander kümmern. Wie wenig weiß ein Nachbar vom anderen. Und auch ich kenne die persönliche Lage meiner Nachbarn nicht. Aber mir fällt auf, wenn ich einem begegne, daß er, aus welchem Grund auch immer, niedergeschlagen aussieht – und ich kann ihn ansprechen.

Ich kann den Menschen, die mir auf der Straße begegnen, ein Lächeln schenken. Ich kann signalisieren „du bist nicht alleine“. Und vielleicht ist das der Grund, warum plötzlich ein wildfremder Mensch zu mir kommt und mir von seinem Problem erzählt. Vielleicht ein Problem, bei dem er keine Hoffnung mehr hatte und jetzt ein klein wenig Hoffnung neu wächst und ihn ermuntert weiter zu kämpfen.

Dem Pärchen bei Bremen helfen diese Erkenntnisse jetzt nichts mehr. Aber meinem Bekannten und den Angehörigen dieser beiden, kann es vielleicht eine Hilfe sein. Denn indem diese beiden Menschen aufgegeben und auf diese Weise den Freitod gewählt haben, haben sie andere in eine Notlage gebracht.

Mein Bekannter hatte sofort jemanden mit dem er reden konnte, dafür hat er meine Rufnummer, und sicher werden noch Gespräche folgen, in denen dieses Ereignis eine Rolle spielt. Aber er hat sich mental darauf eingestellt, dass daran nichts zu ändern ist und er sich keine Vorwürfe machen muss.

Andere Zugführer, Strassenbahn-, Bus oder LKW-Fahrer, sind an solchen Situationen verzweifelt und konnten lange oder gar nicht mehr ihren Beruf ausüben. Auch Helfern von Polizei und Rettungsdiensten kann es passieren, dass sie lange psychologische Betreuung benötigen.

Selbstmord betrifft immer auch andere, nicht nur denjenigen, der keinen anderen Ausweg mehr sieht. Mindestens trifft es immer die Angehörigen, die sich vermutlich immer fragen werden, was sie hätten tun können, um das zu verhindern. Wir können eigentlich alle nur eins tun, um solche Katastrophen zu verhindern: Hoffnung schenken! Menschen sein!

Vielleicht ist ja wirklich und gerade in unserer hoch technisierten Welt, der Zeitpunkt gekommen, den Menschen wieder in den Vordergrund zu rücken. Wir können etwas verändern, wenn wir es wirklich wollen. Bei vielen jungen Menschen beobachte ich, dass sie neben dem ausgelassenen Feiern (auch zu viel rauchen, trinken und kiffen eingerechnet) bereit sind Verantwortung zu übernehmen.

Da werden auch schon mal Freunde oder Mitglieder der Clique angesprochen, wenn sie nicht zur Schule gehen, wenn sie in Spielhallen ihr Leben verspielen, wenn sie auf dem Weg in den Alkoholismus sind oder einfach depressiv in der Ecke sitzen. Bei all dem oberflächlichen Getue scheinen immer mehr junge Menschen zu erkennen, daß die Menschen in der unmittelbaren Umgebung nicht zu ersetzen sind.

Vielleicht sollten wir uns alle einmal folgenden Satz vor Augen halten:
               Jeder Mensch der Dir begegnet ist Teil Deines Lebens!

Ob Du ihn angesprochen hast oder nicht, ob Du ihn persönlich kennst oder nicht – sobald Du das Gesicht, das Bild oder die Stimme eines Menschen einmal gesehen oder gehört hast, ist er unauslöschlich in Deinem Kopf gespeichert. Er ist auf alle Zeiten ein Teil Deines Lebens. Spätestens wenn er Dir in irgendeiner Form wieder begegnet, wird Dein Gehirn Dir sagen, „ja, den hab ich schon mal gesehen“.

Natürlich verlangt niemand von uns für all diese gespeicherten Menschen die Verantwortung zu tragen. Aber wenn uns einer davon anspricht und um Hilfe bittet – dann sollten wir vielleicht, trotz all unserer Eile, kurz darüber nachdenken, ob wir ihm nicht ein paar Minuten zuhören und vielleicht an jemanden weitervermitteln können, der wirkliche Hilfe leisten kann.

Lassen Sie uns offen sein für Menschen denen wir begegnen, lassen Sie uns zuhören und vielleicht einen Menschen damit aus der Selbstmordstatistik dieses Jahres heraushalten. Vielleicht macht das Gleiche grad ein wildfremder Mensch mit einem guten Freund oder Mitglied Ihrer Familie.

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Die Zahl der Menschen, die ihre Wut nicht im Zaum halten können und zu gewalttätigen Aktionen greifen nimmt zu. Noch nie wurden und werden so viele Jugendliche, Heranwachsende aber auch Erwachsene, oft auch durch Gerichtsurteile,  dazu angehalten Anti-Aggressions-Kurse zu besuchen. Viele dieser Kurse sind mit recht hohen Kosten verbunden, doch für die Betroffenen bringen sie zum Teil nur recht zweifelhafte Ergebnisse.

In der Mehrheit der Kurse werden die Betroffenen trainiert ihre Wut in andere Kanäle abzuleiten und sich zu kontrollieren. Doch welcher Mensch schafft es wirklich sich ständig unter Kontrolle zu halten. Es ist ein Privileg des Menschen sich und seine Gefühle einfach „mal gehen zu lassen“. Aber auch dann sollte er sich so weit beherrschen können, Handgreiflichkeiten zu vermeiden. Es geht in erster Linie um die Grundeinstellung zur Gewalt.

Sehr oft werden aggressive Menschen in den psychologischen Sitzungen nach Kindheitstraumata und Familienanamnese befragt. Dabei haben viele von ihnen das Gefühl sich seelisch vor dem Sitzungsleiter „ausziehen“ zu müssen. Und das in einer Art in der sie den Zusammenhang nicht erkennen bzw. verstehen können. Schon diese Vorgehensweise ist für die Betreffenden oft eine zusätzliche Belastung, die sie m.E. kaum von ihren Aggressionen befreit. In sehr vielen Fällen werden die Therapien nach kurzer Zeit durch die Betroffenen abgebrochen.

Aggressionen gehören ebenso wie die Flucht zu unseren Urinstinkten. Wenn es auf einen (vermeintlichen) Angriff keine Fluchtmöglichkeit mehr gibt, bleibt nur der Kampf, die Aggression. Wir leben nicht mehr in der Wildnis der Neandertaler, doch die Urinstinkte sind uns immer noch präsent.

In unserer Zeit, kommen die genannten Urinstinkte Kampf oder Flucht in anderer Art und Weise zum Tragen. Wir nutzen nicht mehr die Keule, sondern kämpfen heute mit verbalen Mitteln. Die ständig steigenden Zahlen von Mobbing-Opfern und Depressionen zeigen jedoch, dass auch der verbale Kampf in seiner Härte weiter zunimmt.

Gewalttätige Menschen erkennen für sich in diesem verbalen Kampf jedoch keine geeigneten Mittel des Kampfes mehr und wenden sich wieder den handgreiflichen Formen der Auseinandersetzung zu. Dabei stellen sie fest, dass diese Form der Auseinandersetzung ihnen sehr oft einen Vorteil verschafft, den sie mit Worten nicht haben konnten. Sie gewöhnen sich mit der Zeit immer mehr daran auf Auseinandersetzungen grundsätzlich nicht mehr verbal, sondern nur noch mit handgreiflicher Gewalt zu reagieren.

Als Aggressions-Coach versuche ich gemeinsam mit den Betroffenen herauszufinden, welche spezifischen Situationen oder verbalen Angriffe sie zu ihrem Verhalten veranlassen. Welches sind die (alltäglichen) Gelegenheiten in denen sie keine andere Möglichkeit als die handgreifliche Auseinandersetzung sehen und warum geraten sie in solche Situationen?

Aus dem Erkennen der Ursachen für die Aggressionen im Alltags-Ablauf, können wir dann auch gemeinsam ganz individuelle Programme und Aufgaben entwickeln, die dabei helfen aggressives Verhalten abzubauen. Es geht darum zu erkennen, dass  Gewalt im Grundsatz und körperliche Gewalt im Speziellen keine sinnvollen Mittel der Konfliktlösung sind. Zumal handgreifliche Gewalt in der heutigen Zeit immer zu gerichtlichen Konsequenzen führt.

Grundlage eines erfolgreichen Aggressions-Coachings ist das von Coach und Klienten gemeinsame Erarbeiten von Ursache und Therapieprogramm. Durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit bei der Erstellung der Programme werden gestellte Aufgaben vom Klienten in besonderer Weise akzeptiert und durchgeführt. Damit wachsen die Chancen auf erfolgreiches Coaching.

www.hpweyer.de

… Lebenskünstler

Veröffentlicht: 28. Juni 2010 in Coaching
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„Ein Lebenskünstler ist ein Mensch, der von der Leiter fällt, sich aufrappelt und sagt: Ab jetzt kanns nur noch aufwärts gehen!“

Hans-Peter Weyer

Sind Sie auch solch ein  Lebenskünstler? Oder bleiben Sie erst mal liegen und jammern? Lassen sich womöglich von anderen Leuten aufhelfen?

Denken sie daran, dass nun alles wieder von vorn beginnt? Geben sie eventuell auf? Fühlen sie sich von einem Rückschlag persönlich getroffen und haben keine Lust mehr?

Dann denken Sie doch noch einmal zurück.

Wenn wir beim  Lebenskünstler-Bild bleiben:

Was wollten Sie auf der Leiter?

Hatten Sie nicht ein bestimmtes Ziel?

Vielleicht möglichst hoch zu kommen?

Oder in einer bestimmten Höhe eine Aufgabe zu erledigen?

Was ist aus diesem Ziel geworden?

Hat sich das Ziel durch den Sturz erledigt?

Vermutlich doch nicht, oder? Also ist es doch genau richtig den Weg noch einmal in Angriff zu nehmen. Und, wie schon der Lebenskünstler sagte, schlimmer kann es nicht mehr kommen.

Es ist nicht wichtig wie viele Rückschläge man auf seinem Weg hinnehmen muss, sondern es ist wichtig sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren! Solange Du Dein Ziel im Visier hast, wird sich immer ein Weg finden dieses Ziel auch zu erreichen.

Und die Rückschläge? Gibt es eigentlich Rückschläge? Wenn ich jetzt sagen würde, es gibt keine Rückschläge, würden Sie wohl zurecht sagen, ich wäre sehr unrealistisch. Na klar gibt es die Rückschläge. Es ist nur wichtig, wie wir sie sehen und verstehen.

Was ist das, ein Rück-Schlag? Ändert er etwas an unserem Ziel?

Manchmal sind wir in dem Bestreben unser Ziel zu erreichen sehr euphorisch, manchmal sogar rücksichtslos. Teilweise ist unsere Planung das Ziel zu erreichen nicht besonders gut und manchmal haben wir vielleicht die Belange unseres direkten Umfeldes (der Familie, Freunde, Arbeitskollegen) nicht genug berücksichtigt. Manchmal haben wir einfach den falschen Weg eingeschlagen. Vielleicht haben wir sogar das Ziel vergessen!? Gründe für einen Rückschlag gibt so unendlich viele.

Ein Lebenskünstler gibt dann allerdings nicht auf. Sondern er versucht sich in der Kunst des Lebens. Er findet heraus, was der Grund dafür war, dass er das Ziel nicht ohne diesen Rückschlag erreichen konnte.

Ein Rückschlag ändert nichts an unserem Ziel. Es ist ein Schlag auf unserem Weg, der unser Denken, Fühlen, Wollen wieder ins Blickfeld rückt. Der uns bewusst macht, Du musst etwas gerade rücken, um Dein Ziel erreichen zu können.

Klar, unser Lebenskünstler ist von der Leiter gefallen, er ist auf seinem Weg zurück gefallen. Aber jetzt kann er sich, seinen Kopf, sein Denken, sein Wollen, wieder gerade rücken und den Weg in neuer Konzentration mit Blick auf sein Ziel fortsetzen.

Das Ziel ist maßgeblich! Und manchmal müssen wir, um unser Ziel erreichen zu können, auch hinnehmen, dass uns die Tatsachen, den Blick auf den Weg, auf unsere Umgebung oder sogar auf uns selbst wieder zurecht rücken, bevor wir weiter gehen können.

So gesehen ist auch ein Rückschlag nichts anderes als ein Wegweiser auf unser Ziel. Es ist nur eine notwendige Umleitung in unserem Streben und Wollen.

Ein Lebenskünstler ist ein Mensch, der das erkannt hat. Er besinnt sich auf sein Ziel, rückt sein Leben zurecht und geht wieder los. Nicht aufgeben! Losgehen!

Natürlich hat der Rückschlag persönlich getroffen. Aber das sollte und muss er auch, damit wir unseren Weg, unser Ziel und uns selbst wieder ins Blickfeld rücken.

Sicher kennen Sie aus Ihrer Kindheit noch den alten Satz: „Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen!“

Jeder Rückschlag ist genau so ein „leichter Schlag auf den Hinterkopf“.

Bleiben Sie ein Lebenskünstler

… Dieser Tag ist mein Tag!

Veröffentlicht: 26. Juni 2010 in Coaching
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Vor ein paar Tagen stieg ein Stammfahrgast in den Linienbus, grüßte freundlich und setzte sich zu einem Bekannten, der auch zu den Stammfahrgästen gehört. Auf die (übliche) Frage seines Bekannten „wie geht’s?“ antwortete er: „Ach hör auf, sch..ss Tag heute!“

Es gibt manchmal Tage, da ist einfach der Wurm drin. Zumindest hat man das Gefühl. Und das schleicht sich dann durch den ganzen Tag. Kennen Sie, liebe Leser, solche Tage nicht auch?

Das sind dann die Tage, wo fast alles „schief“ geht, nichts richtig gelingen will, man nach einiger Zeit einfach alles hinschmeissen könnte.

Aber warum gibt es solche Tage eigentlich? Geht an diesen Tagen wirklich alles schief? Stürmen an manchen Tagen wirklich so viele ungeplante Dinge mehr auf uns ein als sonst, dass wir fast “durchdrehen“ um alles bewältigen zu können? Ist manchmal wirklich der Wurm drin?

Natürlich steckt ein Wurm in solchen Tagen. Oder besser gesagt, der Wurm steckt an solchen Tagen in unserem Kopf. Wir haben dann nämlich vergessen uns klar zu machen:  Dieser Tag ist mein Tag!

Dabei ist es oft so einfach, die kleinen Dinge des Lebens zu beherzigen. Dieser Tag ist mein Tag! Das sollte eigentlich unser erster Gedanke beim Aufwachen sein. Denn beim Öffnen unserer Augen, beim ersten Blinzeln, beim Aufwachen – wird uns ein neuer Tag in unserem Leben geschenkt!!!

Und egal, was dieser Tag auch bringt, Dieser Tag ist mein Tag! Er ist ein Geschenk des Lebens und er gehört mir! Nun liegt es doch an mir, an uns, was wir mit diesem Tag anstellen.

Wir können ihn laufen lassen, können in den Tag hineinleben. Wir können uns in das ergeben, „was der Tag uns bringen wird“ und abwarten was da auf uns zu kommt. Wir können aber auch sagen, Danke, diesen Tag nutze ich!

Dieser Tag ist mein Tag! Den gestalte ich nach meinen Wünschen, meinen Vorstellungen und ich lass mich nicht von den Dingen runtermachen, die von aussen kommen. Diesen Tag überlasse ich nicht dem Wurm!

An den Tagen, an denen scheinbar „der Wurm drin ist“, lassen wir uns viel zu sehr von den Dingen lenken, die von aussen kommen. Wir lassen uns von „unserem“ Tag weglocken. Und lassen anderes über unseren Tag bestimmen.

Klar müssen wir uns den Gegebenheiten unserer Arbeit, unseres häuslichen, gesellschaftlichen und familiären Lebens stellen. Wir leben ja mit unserem Tag nicht in einer anderen Welt. Aber wir sollten darauf achten unseren Tag dabei nicht aus der Hand zu geben. Dieser Tag ist mein Tag!

Liebe Leser, stehen Sie morgens schon mit diesem Gedanken auf und mit dem festen Willen, diesen Tag zu einem schönen erfolgreichen und guten Tag ihres Lebens zu machen.

Ich habe diesen Satz Dieser Tag ist mein Tag! auf einen A4-Bogen geschrieben, schön bunt ausgemalt und über mein Bett gehängt. Wenn ich morgens aufwache, sehe ich als eines der ersten Dinge diesen Satz. Mir hat das geholfen, mir bewusst zu machen, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Ein Geschenk das wir, jeder nach seinen Vorstellungen, aktiv gestalten können.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie ab jetzt jeden Morgen mit diesem Gedanken und dem wunderbaren Geschenk eines neuen Tages aufwachen können.

Dieser Tag ist mein Tag!

… das Lächel-Prinzip

Veröffentlicht: 25. Juni 2010 in Coaching
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An einem Morgen in den vergangenen Jahren kam ein etwa 10jähriger Junge während meiner Tätigkeit als Linien-Busfahrer zu mir und fragte mich: „Sagen Sie mal, haben Sie eigentlich nie schlechte Laune?“ Diese Frage ist bis heute das schönste Kompliment, das ich in meinem Leben bekommen habe und es macht mich sehr stolz.

Aber es macht mich gleichzeitig auch nachdenklich. In was für einer Welt lebt dieser Junge? In einer Welt, in der schlechte Laune selbstverständlich ist? Und in der jeder der längere Zeit keine schlechte Laune zeigt, eine Art „Paradiesvogel“ ist?

Wenn das so ist, dann bin und bleibe ich gern ein Paradiesvogel und zeige diesem Jungen und allen Anderen voller Freude, dass auch eine andere Welt möglich ist!

Es macht mich traurig und zugleich wütend, wenn ich Kinder und junge Menschen sehe, die mit so ernsten Gesichtern durch die Gegend laufen, als müssten sie die Sorgen der ganzen Welt auf ihren Schultern tragen. Beobachten Sie einmal Kinder und Jugendliche morgens auf dem Weg zur Schule oder mittags auf dem Heimweg. Manchmal ist es erschreckend.

Kinder müssen Lachen, Spielen, Toben! Jugendliche müssen die Welt erobern und begeistert an die Erkundung des Lebens gehen. Aber offenbar gibt es zu wenig Erwachsene, die den jungen Leuten zeigen, dass das Leben trotz aller Widrigkeiten lebenswert und schön  ist.

Natürlich gibt es auch Tage, Dinge, Ereignisse, die das Leben schwer machen. Es gibt Katastrophen, globale (Flutwellen, Vulkanausbrüche, etc.) und ganz kleine sehr Persönliche und (Zwischen-)Menschliche. Und es ist manchmal sehr schwer damit umzugehen.

Mir geht es auch so. Und es gibt Tage, da möchte ich einfach alles hinschmeißen, mich auf eine einsame Insel beamen und der ganzen Welt zurufen: „Ihr könnt mich mal – wenn Ihr mich findet!“

Dann fahre ich zur Arbeit, mache freundlich meinen Dienst und erlebe das Wunder des Lächelns. Kennen Sie das?

Die Chinesen sagen:

„Alles was Du tust, kommt zehnfach zu Dir zurück!“

Also: verschenken Sie ein Lächeln (grade wenn’s nicht so gut läuft) und Sie erhalten zehn Lächeln zurück. Und mit jedem Lächeln, das man bekommt, wird ein Problem kleiner. Die ganze Welt umher wird freundlicher und wärmer, und die Sorgen verlieren ihren Schrecken. Das Leben wird trotz der Gedanken, Sorgen und Probleme, die man hat, wieder wundervoll.

Das ist das Wunder des Lächelns. Das ist das Lächel-Prinzip des Lebens. Versuchen Sie es mal!

Es gibt so viel Tolles in diesem Leben zu entdecken! Jeder Tag ist ein Wunder, ein Erlebnis, ein Geschenk! Jeder Mensch, jedes Lebewesen, ist einmalig und unverwechselbar.

Das Leben ist wundervoll (das heißt tatsächlich VOLL WUNDER).

Ich wünsche Ihnen immer ein Lächeln mehr, als für ein schönes Leben nötig wäre.

… alles Theater

Veröffentlicht: 24. Juni 2010 in Coaching
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Ich habe bei diesem herrlichen Wetter vorige Tage in der Duisburger Innenstadt gesessen, den Tag genossen und den Kindern beim Plantschen in den Wasserspielen der Königstrasse zugesehen. Dabei fiel mein Blick über die Grünanlagen hinüber zum Theater der Stadt Duisburg. Über dem Eingang dieses prunkvollen Gebäudes steht in goldenen Buchstaben folgender Spruch:

Mit all seinen Höhen seinen Tiefen

roll ich das Leben ab vor Deinem Blick

wenn Du das große Spiel der Welt gesehen

so kehrst Du reicher in Dich selbst zurück

Dieser Spruch hat mich fast magisch angezogen und ich habe eine ganze Weile darüber nachgedacht und ihn mir dann aufgeschrieben.

Wir sollen also im Theater der Stadt das Treiben der Welt in einem Spiel erkennen und dann ob des Gesehenen reicher wieder in den Alltag, zu uns selbst zurückkehren. Eine großartige Vorstellung. Aber vielleicht sollen wir auch „nur“ erkennen, dass jeder Tag ein Teil im großartigen Spiel, im allumfassenden Theater des Lebens ist.

Geniessen wir den Tag, sammeln wir die vielfachen Eindrücke des Lebens um uns herum, betrachten wir uns selbst in den unterschiedlichen Situationen des Tages – und am Abend lassen wir diesen Tag noch einmal in Gedanken Revue passieren.

Wenn wir uns das zum alltäglichen Ritual machen, dann können wir jeden Abend reicher einschlafen, weil wir uns der Großartigkeit unseres Lebens und der Welt wieder ein Stück bewusster geworden sind.

Einen schönen Tag!