Mit ‘Politik’ getaggte Beiträge

Eine Ansammlung von Gedanken. . .  von Hans-Peter Weyer

Armut ist politisch gewollt – diese Aussage bringt viele Menschen auf die Barrikaden oder läßt sie resignieren. Aber wie kann es zu solch einer Aussage kommen? Ist auch das nur Ränkespiel der Mächtigen in Wahlkampfzeiten? Immerhin sind Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände, die diese Behauptung aufgestellt haben, nicht gerade unpolitisch. Gibt es für solch eine Behauptung Anzeichen, die auch der „kleine Mann“ sehen könnte? Und warum kommen Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände gerade jetzt mit solch einer Behauptung an die Öffentlichkeit? Viele Fragen treten auf, wenn man den Armutsbericht und die Reaktionen darauf betrachtet.

Und es sieht ja auch eher wie ein klassischer Comedy- oder Kabarett-Auftritt aus, als wie eine politische Inszenierung. Von Armut sind vorwiegend Hartz4-Empfänger, Menschen mit schlechter Schulbildung oder Migrationshintergrund und Menschen in Ostdeutschland betroffen. Kurz gesagt: Armut betrifft fast zu 100% die Armen. Eine Erkenntnis, die schon so manche Spekulation heraufbeschwört – und nicht nur zum Geisteszustand der Verfasser.

Da ist es schon verständlich, dass hier jemand auf die Idee kommen könnte eine gewisse politische Willkür bei diesem Armutsbericht zu unterstellen. Aber sehen wir uns doch lieber die Tatsachen an. Scheinbar gibt es doch in ganz Europa unter den Mächtigen eine ganz klare Übereinstimmung, wie der Armut der Garaus zu machen ist: Sparen, sparen, sparen!

Und dem stimmt doch auch der kleine Mann auf der Strasse zu. Wer in der Not etwas auf sich hält muss den Gürtel enger schnallen und sparen. Nur wer sich zusammenspart was er braucht, kann sich auch was leisten. Natürlich immer abhängig von den persönlichen Gegebenheiten. Was soll ein reicher Mann sparen, der doch genug hat? Sparen muss der kleine Mann am Existenzminimum, schliesslich will der doch an seiner Situation etwas ändern. Und wenn wir für das ganze Land sparen müssen, muss eben auch da der Minderbemittelte das Meiste geben, damit es ihm bald wieder besser gehen kann.

Es wäre eine perverse Logik, wenn diejenigen sparen sollten, die eh schon genug haben. Das würde doch dem Sinn des Sparens, nämlich sich durch Sparen mehr leisten zu können, völlig widersprechen. Zudem, wohin soll es führen, wenn die Reichen anfangen für alle zu sparen? Das Vermögen weniger würde rapide schwinden, alle hätten zeitweise etwas mehr und am Ende müssten doch wieder alle gemeinsam den Gürtel enger schnallen, weil keiner mehr da ist, der zeigen kann, wie sparen zu Wohlstand führt.

Also, natürlich ist Armut – entschuldigung – Sparen bei den kleinen Leuten von den Mächtigen, die zufällig auch die Reichen sind, politisch gewollt. Wie anders bekommt man ein Volk dazu für den (durchschnittlichen) Wohlstand des ganzen Landes zu leiden – äääh, sorry noch mal – zu sparen. Und wir wollen die Weitsicht unserer Reichtums-Vorleber doch mal genauer unter die Lupe nehmen.

Da ist Europa. Ein föderalistischer Einheitsbrei unterschiedlich sparanfälliger Menschen. Wie soll aus diesem Europa ein Kontinent mit gleichmäßig hohem (durchschnittlichem) Wohlstand werden, wenn nicht alle normalen Menschen gleich hohe Sparleistungen bringen? Die ersten Länder leiden schon am (durchschnittlichen) Hungertuch und müssen Milliardenspritzen bekommen um nicht ganz Europa den (durchschnittlichen) Wohlstand zu rauben. Hier sind die ersten Anzeichen zu sehen, wie es sich entwickelt, wenn die kleinen Leute aufhören zu sparen und sich der Illusion hingeben der durchschnittliche Wohlstand sei eine Errungenschaft für alle Menschen.

Es ist natürlich eine immense politische Anstrengung nötig den so irregeleiteten Menschen die Notwendigkeit des Sparens auf scheinbar hohem Niveau verständlich zu machen. Doch trotz der vorübergehenden Proteste und gesellschaftlichen Spannungen werden sie über kurz oder lang diese Notwendigkeit verstehen und bereitwillig durch enger schnallen des Gürtels dem (durchschnittlichen) Wohlstand ganz Europas wieder zum Erfolg verhelfen.

Ebenso ist es in der befürchteten Altersarmut in Deutschland. Natürlich sehen Nicht-Eingeweihte hier politische Willkür. Aber objektiv betrachtet ist auch hier die Weitsicht der politischen Kaste schon seit Jahren zu bewundern. Schon vor Jahren hat Norbert Blüm als Minister mit fester Stimme und Überzeugung verkündet: „Die Renten sind sicher!“ Und natürlich hatte er schon damals Recht. Die Renten sind selbstverständlich sicher – lediglich die Höhe ist den Sparanstrengungen der Gesamtbevölkerung zur Erhaltung des (durchschnittlichen) Gesamtwohlstandes anzupassen.

Und auch an dieser Stelle ist es den Reichen – äääh – Mächtigen des Landes in unnachahmlicher Weise gelungen, dies gezielt und kaum merklich zu steuern. Nachdem auf Rentenerhöhung mehrere Jahre verzichtet wurde, haben die Rentner wieder eine minimale Erhöhung bekommen und auch dies wieder über mehrere Jahre. Diese unerwartete Bereicherung hat zu Jubelstürmen bezüglich des angewachsenen (durchschnittlichen) Gesamt-Wohlstandes geführt. Die schrittweise Anhebung des Rentenalters in den nächsten Jahren, verbunden mit der ebenso schrittweisen Absenkung des Rentenanspruchs durch Festlegung nicht mehr zu erreichender Mindestarbeitsjahre, und das nochmals in Verbindung mit dem Versprechen einer Anpassung der viel zu kleinen Rente auf Hartz4-Niveau, war ein herrliche gelungener politischer Schachzug zur Steigerung der Zufriedenheit und des (durchschnittlichen) Gesamtwohlstands der deutschen Bevölkerung.

Auf dieser Grundlage der Betrachtung ist es vollkommen unverständlich, dass Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände diese politische Leistung als Willkür gegen die Armen in negativem Kontext darstellen. Hier sind offensichtlich diskreditierende Meinungen veröffentlicht worden um von der eigenen Weigerung zum Sparen abzulenken.

In der derzeitigen Situation, die von der gesamten, zumeist armen Bevölkerung, erhebliche Sparanstrengungen bis unter das Existenzminimum fordern, wollen Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände weiter ihre Taschen auf Kosten der Steuerzahler füllen, mit der Begründung der Aufwand für die Armen sei erheblich gestiegen. Dies sollten sich grad die Armen nicht gefallen lassen. Während jeder Hartz4-Empfänger bei versagender Leistung mit einer Kürzung der Ansprüche rechnen muss, erwarten Wohlfahrtsverbände trotz zurückgegangender Leistungen höhere Zuschüsse. Diese Forderungen konterkarieren die Sparanstrengungen der Bevölkerung und schaden durch mangelnden Sparwillen dem (durchschnittlichen) Gesamtwohlstand des Landes.

Ebenso ist es bei den Gewerkschaften. Die erheblichen Sparanstrengungen der vorwiegend Nicht- bzw. Geringfügig arbeitenden Bevölkerung führen bei den Gewerkschaften selbstverständlich zu Mindereinnahmen. Statt diese jedoch durch geeignete Sparmaßnahmen auszugleichen und damit den Spar-Willen der Bevölkerung zur Wohle des gesamten Landes zu unterstützen, greifen sie in unverschämter Weise die Sparpolitik der Mächtigen als Förderung der Armut als politische Willkür in negativer Weise an.

Armut in der derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Situation in der Welt ist der bewußte Wille des Volkes durch geeignetes Sparen den (durchschnittlichen) Wohlstand unseres Landes zu halten und zu fördern, um in einem geeinten Europa auf dem globalen Markt eine führende Rolle spielen zu können. Alles andere ist nichts anderes als Demagogie.

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Verbieten wir die Demokratie!?

Veröffentlicht: 14. November 2011 in Politik
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Auf aktuelle Berichterstattung einzugehen, besonders wenn sie mit Rechtsextremismus zu tun hat, ist immer eine Gratwanderung. Ich habe das Gefühl, diese Diskussionen finden immer am Rande des Extremen statt, um die tatsächlich wichtigen Dinge zu verschleiern.

So sind die tatsächlichen Hintergründe der furchtbaren Anschlagserie rechter Verbrecher noch gar nicht richtig geklärt, da häufen sich auch schon die lauten Schreie mancher (oder immer derselben??) Politiker nach einem Verbot der NPD. In manchen Foren wird nach dem Verbot rechter wie linker Extrem-Gruppen gerufen und auch der Kapitlismus erscheint auf der Verbotsliste.

Um es von vornherein klarzustellen: Ich bin gegen jegliche Form von Extremismus, der unseren demokratischen Staat angreift! Dazu gehören genauso rechte wie linke Extremgruppierungen, wie auch die Unterwanderung durch Scientologen oder religiöse Fundamentalisten, die einen religionsgeprägten Staat haben wollen.

Aber ich lebe in einer Demokratie auf Grundlage unserer Verfassung, unseres Grundgesetzes. Freie Entfaltung der Persönlichkeit, Religionsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung sind darin festgeschrieben. Diese Rechte stehen jedem Bürger unseres Landes zu. Und für deren Erhalt kämpfe ich!

Diese Rechte stehen auch den nationalistischen Vordenkern zu, sie stehen den extrem Linken zu, der Scientologie und auch religiösen Fanatikern. Sie sind Grundrechte auf die unser Staat aufgebaut ist.

Verbieten? Das würde diese Rechte, für die ich kämpfe enorm einschränken. Nur dass wir uns recht verstehen: Natürlich bin ich FÜR ein Verbot von Gruppierungen, die nachweislich die demokratischen Rechte, die Verfassung und das Grundgesetz angreifen. Doch genau an dieser Stelle beginnt die Gratwanderung. Ab wann ist eine freie Meinungsäußerung eine strafbare Handlung?

Ich möchte diese Entscheidung den Leuten überlassen, die das juristisch genau definieren können. Dabei kann ich nicht helfen. Aber ist diese Entscheidung, ob eine Gruppierung verboten werden soll oder nicht, tatsächlich ausschlaggebend? Würden rechte Anschläge und Straftaten tatsächlich aufhören, wenn wir die NPD (zB.) verbieten? So blauäugig kann doch wirklich niemand sein, oder?

Die Schreie nach Verboten sind doch in Wirklichkeit nur Ablenkungsmanöver, die von der wirklichen Problematik ablenken sollen. Wer sind die Menschen, die sich zu den ideologisch extremen Gruppierungen hingezogen fühlen? Was treibt die Menschen in die Fänge dieser Ideologien?

In erster Linie wohl unsere Unfähigkeit (ja, ich schliesse mich da mit ein) diesen Menschen Perspektiven aufzuzeigen; sie mit ihren Problemen und Fragen ernst zu nehmen; ihnen Vorbilder zu sein und ihnen zu helfen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Es sind die Politiker, die am lautesten nach Verboten schreien, die eine intransparente Politik auf dem Rücken und zum Schaden des ganzen Volkes betreiben. Die den Bezug zum „Mann auf der Strasse“ schon lange verloren haben und ihn nicht mal als unzufriedenen Bürger erkennen, wenn er zu Tausenden tatsächlich auf der Strasse steht.

Es sind die Eltern, Lehrer, Jugendleiter, Vorbilder,
die mit dem Kleinkind an der Hand bei rot über die Strasse gehen („na so schlimm ist das ja nun auch wieder nicht“);
die einfach mal an blaugeschlagenen Kindern vorbeischauen oder die Schreie der Kinder im Nachbarhaus nicht hören („was geht mich das an?“);
die zuschauen wenn Kinder und Jugendliche gemobbt oder gar angefeindet werden („ach das sind Kinder, da kommt sowas schon mal vor, die vertragen sich schon wieder“);
die nicht zuhören können wenn die Kinder und Jugendlichen Sorgen oder Probleme haben („du, jetzt hab ich keine Zeit für sowas, vielleicht später“);
genau die sind es, die jetzt nach dem Verbot extremistischer Gruppierungen rufen.

Dann kommt jemand, der all das (scheinbar) ernst nimmt, der Grenzen setzt, Vorbild ist und hilft, wenn mal eine Durststrecke kommt oder ein Problem auftaucht – und der sehr genau erklärt, wie es „richtig“ laufen müßte. Würden wir nicht alle mit dem mitlaufen, der uns am Besten versteht – wenn es auch nur so scheint?

Ein Verbot bringt uns nicht weiter. Wir müssen endlich verstehen, dass es an uns liegt, an unserem Vorbild, an unserem Verständnis und Einhalten der Regeln und Gesetze, an unserem gesellschaftlichen Auftrag, an unserer Zivilcourage, an der Transparenz und Verständlichkeit unserer Politik, wenn wir den extremistischen Strömungen entgegenwirken wollen.

Die Leute, die die verheerenden Anschläge durchgeführt haben sind schlichtweg Verbrecher. Das sie möglicherweise aufgrund rechter Ideologien diese Verbrechen begangen haben ändert nichts an dieser Tatsache. Sie sind „nur“ Verbrecher!

Euro auf Ab-Wegen?!

Veröffentlicht: 6. September 2011 in Politik
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Griechenland ist Pleite. Jetzt soll der Rettungsschirm aufgestockt und darüber entschieden werden, wie der Euro zu retten ist.

Natürlich macht es etwas nervös, dass die Börsenwerte ständig sinken. So wie sich alle die Haare raufen, muss das wohl etwas Schlimmes sein. Und es klingt auch nicht besonders gut, wenn man hört, das ganze Staaten Pleite sind. Irgendwie scheint das auch für uns und unser Land nicht so besonders gut zu sein, sonst wären die Politiker nicht so nervös bei dem Thema.

Aber mal im Ernst, solange wir noch mit Milliarden um uns schmeißen können, kanns doch wohl nicht so schlimm sein, oder?

Irgendwie hab ich den Eindruck dieses Thema ist etwas „unwirklich“, etwas abgehoben, der Realität entrückt. Wer weiß eigentlich in der normalen Bevölkerung worum es da wirklich geht? Niemand!

Was passiert eigentlich mit einem Staat der Pleite ist? Löst der sich auf? Wird er unter den Gläubigerländern gleichmäßig oder nach Höhe der Schulden aufgeteilt? Europa wir führen keine Kriege mehr – wir kaufen Euch auf!

Was läßt wirklich die Börsenkurse so stark fallen? Was läßt alle vom Verfall des Euro reden? Wieso ist der Euro plötzlich in Gefahr? Was passiert wirklich in Europa?

Die Politiker machen alles wie immer: sie verhandeln hinter verschlossenen Türen. Der normale Bürger wird schon rechtzeitig erfahren, wann nichts mehr zu retten ist. Transparenz sieht anders aus, aber die ist von der Politik auch nicht erwünscht. Wo kämen wir hin, wenn sich die Politiker vom Volk in die Karten schauen ließen?! Und dann bei einem so wichtigen Thema?!

Jeder normal denkende Bürger weiß, daß er in Schwierigkeiten kommt, wenn er mehr Geld ausgibt, als er verdient. Warum vergißt man diese kleine Weisheit in dem Moment, wo man Politiker wird?

Jeder sollte um die Gefahr von Kreditkarten wissen. Sie verleiten ganz schnell dazu mehr auszugeben, als man hat. Als Vertreter des Staates hat man solch eine „Kreditkarte“, nämlich die Bonität des Landes. Wer einen guten Ruf hat, bekommt Geld. Irgendwann aber ist der Punkt erreicht, wo nicht einmal mehr die Zinsen zurückgezahlt werden können. Und nun?

Neue Kredite müssen her um die alten zu bezahlen. Und natürlich: es muss rigoros gespart werden. Jeder auszugebene Cent muss genau bedacht sein. Nur noch das Nötigste ausgeben. Alles andere sofort zum Abtragen der Schulden verwenden. Jeder Bürger weiß das.

Warum, so fragt man sich dann, warum führen Politiker dann ihr Land in die Pleite? Warum geht das Griechische Volk jetzt gerade gegen den notwendigen Sparkurs auf die Strassen bzw. streikt?

Wer bei einem guten Gehalt plötzlich arbeitslos geworden ist und jetzt nur noch von Hartz4 leben muß, der kennt das Problem. Auch wenn die Eltern sich mental darauf einstellen können, und das ist meist schon äußerst schwierig, wie kann man den Kindern erklären, daß der Wohlstand gerade abhanden gekommen ist?

Wie kann ein Staat seinen Bürgern erklären, daß kein Geld mehr da ist für Schulen, Straßen, Schwimmbäder? Wie kann er ihnen erklären, daß Hartz4 noch gekürzt werden muß? Ich denke, bei einer wirklich ehrlichen und transparenten Politik wäre das möglich.

Aber wer als Politiker Diäten erhöht oder aus falscher Genossentreue für „verdiente“ Parteimitglieder neue Posten schafft, der hat den Ernst der Situation selbst nicht verstanden und kann bei den Bürgern auf der Straße kaum auf Verständnis hoffen. Wer das Sparen auf die Bürger verteilt, aber die Reichen und Genossen ungeschoren läßt, macht die Bürger wütend und provoziert ihren Widerstand.

Es wird Zeit, daß unsere Poitiker in Europa endlich selbst den Stand der Dinge verstehen und entsprechend handeln. Wenn Griechenland pleite ist, dann zieht das weltweit alle Finanzmärkte und alle Länder in einen Strudel, den sich vermutlich niemand wirklich vorstellen kann.

Und liebe Frau Merkel, hören Sie auf den Menschen weis machen zu wollen, ihre Spareinlagen seien dann noch sicher. Das glaubt ihnen kein normal denkender Mensch mehr – und es ist auch eine Lüge! Sagen Sie den Menschen die Wahrheit.

Die Bürger unseres Landes und auch die Bürger in Europa haben genug Courage notfalls von vorn anzufangen. Aber sie sollten wissen das diese Option bevorsteht. Die Menschen sollen wissen, dass sie ihren Wohlstand verlieren können. Sie haben das Recht, sich darauf einstellen zu können.

Ja, es ist nicht einfach, den Menschen verständlich zu machen, wie es so weit kommen konnte. Aber es muss deutlich gesagt werden, dass die Staaten der Welt ihre Kreditkarten weit, sehr weit, überzogen haben.

Wieso führt das nun zum Zusammenbruch der Märkte? Weil wir in vielen Dingen schon lange nicht mehr von realen Werten, sondern von Kapitalverschiebungen abhängig sind. Diese große Blase unrealem Kapitals droht zu platzen. Unser Wohlstand ist auf Kredit, auf Pump entstanden, nicht auf Wert und Leistung.

Wenn Du einen Kredit brauchst, dann gehst Du zur Bank. Woher nimmt die Bank das Geld für den Kredit? Von dem Geld, das ihnen ihre Kunden als Spareinlagen zum Aufbewahren gegeben haben. Und von dem was die Bank mit den Spareinlagen erwirtschaftet hat.

So hat Bank A bei Firma A ein paar Anteile erworben und erhält daraus regelmäßig Gewinne. Firma A hat einen Kredit bei Bank B aufgenommen. Diese widerum hat sich das Geld kurzfristig von Bank A geliehen. Bank B hat ihre Spareinlagen an Staat A ausgeliehen, der damit die Menschen unterstützt, die ihre Spareinlagen in beiden Banken haben. Da Staat A aber mehr Geld braucht, als Bank B ihm geben kann holt er sich noch Kredite von Bank A.

Was passiert nun, wenn Staat A die Kredite nicht zurückzahlen kann? Bank B kann den Kredit an Bank A nicht zurückzahlen, Bank A muss um wenigstens einen Teil der Spareinlagen zu retten, ihren Anteil an Firma A aufgeben, was Firma A in Bonitätsprobleme bringt und es ihr unmöglich macht, den Kredit an Bank B zurückzuzahlen. Und die Spareinlagen?

Das war nun eine sehr einfache Darstellung. Und Finanzexperten haben das sicher entweder mit Belustigung oder mit gerauften Haaren gelesen. Was aber verständlich werden sollte, ist der Zusammenhang aller Beteiligten.

Wenn Griechenland pleite ist, dann trifft das ganz Europa und weiter gedacht, die ganze Welt. Es trifft die Staaten, die Finanzwelt, die Wirtschaft und jeden einzelnen Menschen.

Ich persönlich denke, dass sich eine Weltwirtschaftskrise nicht mehr vermeiden läßt. Sie muss sein, um uns wieder auf den Boden realer Werte zu bringen. Alle Versuche der Politik, das zu verhindern, schieben das Unvermeidliche nur hinaus. Noch schnell muss das Scherflein ins Trockene gebracht werden, für Politiker, für Lobbys, für Banken. Und bis dahin darf das „gemeine Volk“ davon nicht so viel erfahren.

Aber ich denke auch, unsere Politiker sind nicht in der Lage, diese Situation zu bewältigen. Sie wissen nicht was danach kommen könnte. Deshalb haben sie Angst vor diesem Crash. Profitieren werden vermutlich die rohstoffreichen Länder. Die armen Länder der Welt können möglicherweise besser mit der Situation umgehen und es schneller schaffen sich aufzuraffen, als die reichen Industriestaaten. Niemand kann wirklich voraussehen, wie sich die Welt nach der Krise entwickeln wird.

Deshalb verschweigen die Politiker den Ernst der Lage und versuchen zu schieben, zu kaschieren und zu verdrängen. Doch ich bin sicher, die Menschen in Europa sind gerüstet, wenn sie ehrlich informiert werden. Sie werden diese Krise meistern und als gestärktes gemeinsames Europa daraus hervorgehen – wenn ihnen endlich jemand die Wahrheit sagt!

Statt Griechen oder Italiener oder sonst ein Land zum Sündenbock zu machen, sollten die Europäer gemeinsam den Crash bewußt meistern. Nicht vertuschen, nicht hinter verschlossenen Türen, sondern offen auf den Straßen Europas muss darüber ehrlich gesprochen werden.

Europa ist stark. Unsere Verschiedenheiten sind unsere Stärke. Und die können sich auch in der Krise besonders hilfreich zeigen. Ein gestärktes gemeinsames Europa wird das Ergebnis sein.

Es wird Zeit die Menschen aufzuklären durch eine transparente ehrliche Politik. Nicht der Euro ist auf Ab-Wegen, sondern unsere Politiker.

das war/ist der Gipfel

Veröffentlicht: 28. Juni 2010 in Politik
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Es ist schon nicht mehr verwunderlich, dass sich die Gipfelteilnehmer in Toronto nicht auf mehr einigen konnten. Erwartet hatte das wohl ernsthaft wirklich niemand. Ergebnis von G8 und G20 ist lediglich, die Staatshaushalte zu sanieren. In zwei Schritten sollen die Defizite der Nationen bis 2016 abgebaut werden.

Natürlich konnte man sich nicht darauf einigen, die Finanzmärkte zu regeln und dort die überschüssigen Milliarden abzuholen, die diese vorher aus der Wirtschaft gezogen und gesammelt haben. Lasst sie weiter spekulieren, lasst sie weiter mit den Geldern der Welt (oder noch schlimmer: ohne wirkliches Geld) machen was sie wollen. Irgendwie wird es schon werden.

Ach ja, es gab doch noch ein weiteres Ergebnis: Die Mittel der Entwicklungshilfe wurden gemeinsam festgelegt. Jetzt dürfen sich die Staaten, die auf Entwicklungshilfe angewiesen sind zumindest auf festgelegte Beträge freuen. Zwar werden sie nicht wirklich mit den paar Milliarden etwas ausrichten können, aber dafür dürfen sie sich der Sicherheit gewiss sein, dass die Industrienationen ihnen ihre (Boden-)Schätze zu niedrigsten Preisen abkaufen werden.

Für mich sieht das Fazit dieses Gipfels nicht viel anders aus als vorher:

Eine Riege professioneller Oberschicht beschliesst die Sanierung der Welt auf Kosten der Unterschicht. Es wird Zeit, dass die Menschen weltweit sich endlich wehren und sich nicht mehr wie Schlachtvieh verhalten und gedankenlos weiterlaufen wie bisher.

Als im vergangenen Jahr die ersten Sätze zu bevorstehenden „sozialen Unruhen“ aufkamen, hielt ich dieses Äußerungen für unverantwortlich, weil sie diese Unruhen nur provozieren würden. Inzwischen halte ich soziale Unruhen für eine wichtige Option diese Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Allerdings sollten diese Unruhen friedlich verlaufen. Andernfalls haben sie nicht die gewünschte Wirkung, sondern führen zu Polizei- und evtl. Militärgewalt der Oberschicht.

Es wird Zeit auf die Strasse zu gehen, es wird Zeit für passiven Widerstand gegen das Vorgehen dieser Regierung, es wird Zeit für Generalstreiks und Proteste. Es wird Zeit den amtierenden Regierungschefs deutlich zu sagen: Dieser Gipfel war der Gipfel!